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Tesla: Warum Reichweite und Einfachheit beim Model 3 so besonders sind

Tesla: Warum Reichweite und Einfachheit beim Model 3 so besonders sind | emobicon

Elektromobilität heisst für viele: Ich komme nicht an. Zu wenig Reichweite. Wirklich? In der Realität stimmt das meistens nicht. Das Tesla Model 3 zeigt wie problemlos der mobile Alltag funktioniert, wenn der Akku groß genug ist. Sehr besonders ist die einfache Bedienung

von Thorsten Bär | emobicon - Cover Bild: emobicon

Ein Elektrofahrzeug als Dienstwagen ? Für die wenigsten würde er aktuell Thema sein, denn die Reichweite stimmt angeblich nicht. Falsch. Sagen wir, die schon seit Jahren aussschliesslich elektrisch unterwegs sind. Das TESLA Model 3 ist alltagstauglich, auch für den Vertreter und auch für die mögliche lange Strecke. Wir sagen Ihnen auch warum.

Reichweite über alles ?

Jetzt kommen Sie – ein bisschen. Fahrzeuge mit Elektroantrieb, die auch Reichweite versprechen die alltagstauglich sind. Dabei wird Reichweite oft viel zu überschätzt und oft ist sie nicht wirklich nötig. TESLA hat von Anfang an mit der Reichweite punkten können. Auch beim Model 3 ist die Reichweite ein offenbar gelöstes Problem. Denn auch der Preis stimmt bei diesem Mittelklasse Modell. Unter 40.000 Euro gehts los (netto) mit immerhin schon rund 400 km Reichweite. Es geht natürlich auch noch mehr. Die Frage ist: Was braucht man wirklich im Alltag. Das Preis – Leistungsverhältnis aus meiner Sicht stimmt.

Platz ist vorhanden

Das Model wirkt klein, ist aber grösser als gedacht. Denn auch deutsche Autobauer haben ähnliche Modelle , allerdings nicht als Stromer. Die Akkus, verbaut im Unterboden, die Elektromotoren auf den Antriebsachsen. Das gibt Platz im Innenraum. Damit liegt das Fahrzeug eben auch sehr agil auf der Strasse – der Schwerpunkt ist gut gewählt. Das alles  verbessert die Fahrstabilität und schafft Raum für einen zweiten Kofferraum zwischen den Vorderrädern. Zu öffnen ist der „Frunk“ mit der App oder per Bedienung im Bordcomputer.

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Bilder: ecario | Tesla | emobicon

Wenig Knöpfe, dennoch sehr flexibel

Das Besondere ist die Einfachheit, die sich in wenig Knöpfen wieder spiegelt, während andere mit viel vermeintlichen Schnick Schnack und damit vielen Knöpfen Unordnung verbreiten. 2 Drehknöpfe am Lenkrad und am Dachhimmel der Schalter für die Warnblinkanlage und einen SOS Notrufknopf. 2 Hebel am Lenkrad. Das wars. Selbst das Handschuhfach wird über den Bordcomputer geöffnet – schliessen darf man es händisch. Jetzt gibt es ja auch Meinungen, das der grosse Bildschirm in der Mitte nicht gut sei. Die Frage ist: Für wen. Da auf der linken Hälfte zum Fahrer hin die Anzeige von Geschwingkeit, Autopilot und Co immer verfügbar sind, wird es schnell Normalität und unkompliziert damit umzugehen.  

Alles andere läuft über die Menüführung am Bildschirm. Das funktioniert nicht nur gut, sondern auch hier spielt die Einfachheit und die Funktionalität eine Rolle. Ehrlich gesagt braucht man ja auch nicht viel im Alltag. Vieles sind Standardeinstellungen, die man nicht ständig ändern muss. Ob es logisch ist, entscheidet man selber, aber man findet sich schnell zurecht. 

Wieder erkennbarer Fahrer und ein toller Speed

Mittels Chipkarte oder per Smartphone App lässt sich das Fahrzeug öffnen, schliessen und losfahren, denn einen POWER Knopf gibt es nicht. Sehr bequem, sehr aufgeräumt und vor allem sehr einfach, aber sehr modern wirkt das Konzept, auch weil man sein Smartphone eh immer dabei hat. Weitere Einstellungen für Aussenspiegel, Lenkrad und Co finden per Bordcomputer statt – speicherbar für den Fahrer und weitere Mitfahrer. Das Fahrzeug erkennt sie, oder man sucht mit 2 Klicks Ihren Namen und damit Ihre Einstellungen heraus.

Ist die richtige Sitzposition gefunden startet man mit dem rechten Wählhebel am Lenkrad – vor oder zurück und los gehts. Sanft das Strompedal betätigen, denn die Leistung von über 400 PS bei einem Elektrofahrzeug sind enorm. Mit wenigen Sekunden auf  Tempo 100. Vorsicht, denn der „ungeübte“ Fahrer oder auch Beifahrer kann sonst erst ab 80 wieder atmen. So hört man das immer wieder. Egal ob Standard, Long Range oder Performance Version. Es ist beeindruckend. Das Fahrzeug gleitet, ohne Ruckeln, ohne Schaltung. Gleichmässig und kraftvoll. Kurven auf der Strecke wirken geschmeidig. Das ist sehr angenehm. Das Fahrzeug liegt ziemlich gut auf der Strasse. Straff wirkt das Fahrwerk. Ob das ein Vor – oder Nachteil ist, entscheid jeder für sich selber. Ich finde es gut. 

Pause für den Fahrer, während das Fahrzeug das Akku läd

120 – 130 km pro Stunde – also doch mit einer normalen Fahrgeschwindigkeit wirkt manchmal holperig. Ich finde es ist das Jammern auf hohem Niveau. Die Ruhe beim dahingleiten ist fantastisch. Na klar: Man hört Wind und Abrollgeräusche. Die sind aber erträglich und angenehmer als das Aufheulen eines Verbrennungsmotors. Gut 400 km Reichweite, abhängig von jedem selbst, ist nicht nur alltagstauglich sondern angenehm. Denn nach diesen Kilometern ist doch eine (Lade) Pause toll, oder ? So machen wir das mit unseren Stromern. 

Planbar, unkompliziert und ein frischer Kaffee zwischendurch hilft um weiter fit zu sein, wenn, ja wenn es denn noch ein wenig weiter auf Strecke geht. Klar ist aber auch: Wenn man sich vertraut gemacht hat, die Effizienz erkennt und nutzen will, dann kann man bei vorausschauender Fahrweise auch weit mehr Kilometer pro Akkuladung hinbekommen. Keine Angst, das Fahrzeug hilft durch Hinweise und sehr genauen Anzeigen der möglichen Reichweite bis zur nächsten Ladestation – zum Beispiel dem eigenen Supercharger Schnellladenetz. 

Ich bin das Modell 3 mit knapp über 15 kWh pro 100 Kilomter Strecke gefahren. Weniger als ich dachte. Toll. Wunderbar funktioniert auch die Rekuperation. Das heisst: Die Bremsrückgewinnung von Energie, wenn man das Strompedal loslässt, oder wenn der Bordcomputer über den (Abstands) Tempomat die Reisegeschwindigkeit steuert und sich dem Verkehrsfluss anpasst. Das tolle: Das Bremspedal habe ich wenig genutzt. Das kenne ich ja auch von unseren Stromern im Fuhrpark. Der Nissan Leaf kann dieses „One Pedal Feeling“ noch besser.  Toll beim Model 3 ist, dass das Fahrzeug auch alle anderen Ladestationen nutzen kann. Dank des CCS Anschlusses funktioniert das und schafft natürlich noch mehr Lademöglichkeiten in der Fläche. 

Softwareupdates lenken das Model 3 in die Zukunft

Assistenzsysteme sind gross „in Mode“. Der eine liebt sie, andere hassen sie. Auf der Langstrecke ist es bequem und schafft sogar mehr Sicherheit finde ich. Mindestens genau so gut, wie die Premiumkonkurenz, funktionieren diese Systeme. Denn Assistenz heisst nicht Pilot, sondern man sollte als Fahrer schon stets eingreifen können. Bisschen nervig ist das System dann, wenn die Schildererkennung nicht zuverlässig ist. Ist aber normal. Kennt man von allen anderen Herstellern und deren Systemen auch.

Ich sage dazu: Es darf sich entwickeln. Faszinierend finde ich den automatischen Spurwechsel – Sicherheit inklusive. Und wenn man bedenkt, dass das erst der Anfang der Möglichkeiten ist, dann staunt man schon. Das Fahrzeug ist jedenfalls mit dem Hardware von heute auf morgen vorbereitet, wenn immer weitere Softwareupdates eine Verbesserung der Systeme einläuten. Fantastisch das Licht. 100 Prozent LED Lichter, das hat was und macht sich deutlich bemerkbar. Das automatische Einparken funktioniert tadellos. Ich war begeistert. 

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Easter-Eggs zum spielen

Die Grossen dürfen auch spielen. Sehr cool sind die Easter-Eggs im Bordcomputer. Sogar das gute alte Atari ist dabei. Ein Zurück in die Vergangenheit – aber wirklich auch nur dort. Wenn es denn mal entspannt sein soll, dann hilft auch ein Lagerfeuer auf dem Bildschirm, das Knistern von brennendem Holz und entspannte Musik. Dazu strömt warme Musik aus der Lüftung. Es hat was. Spielkinder gibt es sicher auch unter den Entwicklern.

Kleine Fehler mit Entwicklungspotential

Trotz aller Begeisterung mal ein anderer Blick. So ist Regen scheinbar nie Thema bei den Entwicklern in Kalifornien gewesen. Zumindest ist es so, das bei Regen das Öffnen des hinteren Kofferraums einher gehen kann mit dem Tropfen von Wasser in den Kofferraum. Man lernt aber wahrscheinlich damit umzugehen. Und die Spaltmasse waren nicht derer der meisten anderen Autobauer. Aber viel besser, als man das bislang behauptet hatte. Die Produktion war ja das Riesen Thema von Tesla. Aber was solls. Es gibt, so habe ich den Eindruck, schon erhebliche Verbesserungen. Und fragt man Model 3 Fahrer, dann ist man überwiegend zufrieden bis sehr zufrieden. Tesla polarisiert. Klar. Man hat viele, wenn auch nicht alles richtig gemacht. Aber das „Haben Gefühl“ ist da – auch wenn ich es schon lange gewohnt bin gute Elektroautos zu fahren und mir auch nichts anderes mehr vorstellen will. 

Das Gesamtpaket stimmt – der Preis dazu ist passend. Das Fahrzeug ist ganz klar eine Empfehlung und die Effizienz ist beeindruckend. Man will sich auch wohlfühlen, bei mir war es so und man möchte sich sicher fühlen, auch da kann ich nichts aussetzen. Auch, weil man überall laden kann und zusätzlich das Supercharger Netz von Tesla zur Verfügung steht. Das Model 3 wirkt einfach. Aber in ihm steckt viel Potential, denn durch die Updates, die einfach so per Mobilfunk zu laden sind bekommt man mehr, als man zunächst kannte. Die Technik darf sich entwickeln, das tut sie auch. Ich bin begeistert. Vielleicht sollte ich auch über einen Empfehlungslink das Guddi von aktuell 1500 Freikilometern beim Laden am Supercharger nutzen. Mal sehen…

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