Initiative: Elektroautos blockieren Tankstelle für Verbrenner

von | 13.12.2019 | Elektroauto "erfahren", eMobilität, eMobilität und Umwelt, Ladeinfrastruktur, Ladesäulen, News, Verbrenner vs. Elektro | 0 Kommentare

Ignoranz oder Dummheit. Fest steht: Immer wieder kommt es vor, das öffentliche Ladesäulen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zugeparkt werden. In der Regel ist das ein Verkehrsverstoss. Jetzt wurde der Spieß mal umgedreht. Eine Initiative für mehr Aufmerksamkeit.

von Harald M. Depta | emobicon - Bild: Igor Kolovrat aus dem Video

Fahrer von Elektrofahrzeugen sind ab und zu damit konfrontiert, dass Autos mit Verbrennungsmotor vor Ladesäulen parken und die Lademöglichkeit für Elektroautos damit blockieren. Für Fahrer von Elektrofahrzeugen ist das mitunter eine kritische Situation, besonders dann, wenn diese auf die öffentlichen Ladestationen angewiesen sind. Daher nennt man diese Situation auch „Icing“. Aber es tut sich was: Es wird in immer mehr Städten abgeschleppt.

Ignoranz ist weit verbreitet

Es passiert meist aus Ignoranz, dem Vorsatz sich nicht an die Verkehrsregeln zu halten, aber auch manchmal sogar mit Absicht, um das Missfallen auszudrücken. „Ich will nur mal eben schnell…“ „Dauert nur paar Minuten“ oder „Ich bin gleich wieder weg“. Verbots und Hinweisschilder werden oft ignoriert – wozu gibt es Spielregeln und eine Strassenverkehrsordnung. Eine Weile lang mussten Elektroautofahrer hinnehmen, dass auch mal eine Ladestation zugeparkt wurde. Dann kam es zu Verwarnungen, auch mit Bußgeld, jetzt aber wird in immer mehr Städten abgeschleppt.

Der Branchendienst electrek berichtet nun, dass in Kroatien einfach mal der Spieß umgedreht wurde. Fahrer von Elektrofahrzeugen blockierten eine Tankstelle. Es ging um dort fehlende Massnahmen gegen das Parken vor Ladesäulen. Ein stiller Protest, denn in einigen Ländern passiert zu wenig, um Ladesäulen konsequent freizuhalten. 

Regelungen im Ausland sind oft unterschiedlich. Bei unserer Urlaubsfahrt an die Algarve haben wir dagegen keine Verstösse festgestellt. 

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Die Aktion, die nur  sechs Minuten dauerte, war eine „Rache“ auch in Anlehnung an den gleichnamigen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2011, der E-Auto-Pioniere porträtiert. „Wir haben keine andere Möglichkeit gesehen, um auf das Blockieren von Ladesäulen hinzuweisen“, wird ein an der Protestaktion teilnehmender Tesla-Fahrer zitiert.

Diese Ignoranz kennen viele bereits beim Zuparken von Behindertenparkplätzen oder beim Parken von Mutter Kind Parkplätzen obwohl man nicht betroffen ist.

Das Elektromobilitätsgesetz regelt die Massnahmen

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In Deutschland ist man da schon weiter. Klare Beschilderung, Hinweise, und Bodenmarkierungen. Klare rechtliche Bedingungen und damit rechtlich einwandfrei, wenn nun abgeschleppt wird.

In einigen wenigen Städten klappt das schon konsequent gut – in anderen Regionen wird auch hier in Deutschland immer noch sehr unterschiedlich reagiert.

So fehlt es an direkten Ansprechpartner die konsequent handeln. Das Elektromobilitätsgesetz (EmoG) erlaubt Kommunen, Parkgebühren für Elektroautos bei der Nutzung von speziellen Sonderparkplätzen zu reduzieren oder ganz davon zu befreien. 

Viele Städte bauen derzeit die Ladeinfrastruktur aus. Das heisst auch, dass der gewohnte Parkplatz dann ein Parkplatz nur für Elektrofahrzeuge sein kann. Die meisten Parkplätze werden als Sonderparkplatz für Elektroautos ausgestattet. Damit will man Fahrern von Elektrofahrzeugen Sicherheit zum Aufladen geben.

Was sehen die Regeln vor?

Parkplätze und Ladeplätze für Elektrofahrzeuge erkennt man mit einem blauen Schild mit einem weißen „P“ gekennzeichnet. Handelt es sich um einen Sonderparkplatz für Elektroautos, erkennen Sie dies an einem weißen Zusatzschild.

Dieses Schild zeigt häufig das Piktogramm eines Fahrzeugs mit einem Stecker. Alternativ kann aber auch ein solcher Sonderparkplatz mit einem Zusatzschild mit Schrift versehen sein, etwa mit der Aufschrift „Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs frei“. Ignorieren hilft nicht. Es ist eindeutig. Oft kommt es auch vor, das Park und Ladeplätze auf einem öffentlichen Parkplatz besonders überwacht werden oder in einer eigenen Ladezone liegen.

NUR FÜR ELEKTROFAHRZEUGE!

Weiter kann gelten, dass Parkplätze für Elektrofahrzeuge mit einer zeitlichen Komponente versehen sind. In der Regel zwei bis vier Stunden. Sie gibt die zeitliche Begrenzung der Ladedauer vor.  Ein Zusatzzeichen mit dem Symbol einer Parkscheibe und einer Zeitangabe sind üblich.

Ganz klar ist es dann zusätzlich, wenn auch der Boden farblich gekennzeichnet ist, zum Beispiel durch ein Sinnbild eines Elektrofahrzeugs. Entweder nur das Piktogramm oder zusätzlich mit grüner oder blauer tanzflächiger Farbe.

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Autor: Mario

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