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Elektromobilität: Statt Horrorszenarien bitte in die Zukunft schauen

Volkswagen, Daimler, AUDI und Co. Es werden Horrorszenarien aufgestellt - und das zu Weihnachten obwohl schon lange und länger klar war, das es zu Änderungen kommen wird. Tausende Jobs weg ? Und was ist mit den neuen Jobs die notwendig werden ?

von Harald M. Depta | emobicon - CoverBild: emobicon

Man könnte jetzt einfach sagen: Alles hat seine Zeit. Und man hat sich eingerichtet. Ich fahre zum Dienst, komme heim, lebe mein Leben. Soweit und so gut, aber das Leben um einen drum herum tobt weiter und das ist auch gut so. Mit fast 50 Jahren habe ich einige gesellschaftliche Änderungen erlebt und stets waren diese geprägt von Horrorszenarien und das Streuen von Ängsten.

Was aber schon immer so war ist, das Gewerkschaften kämpfen – den einen oder anderen kleinen Erfolg verbuchen können und das die Regierung die Industrie schützen will. Aber das gelang nicht immer und es wurde stets viel Energie verbraucht, um an dem Alten festzuhalten, sich zu wenig und vorausschauend auf das Neue einzustellen.

Die Konsequenzen sind bekannt und was ist passiert ? Jedenfalls nicht viel. Denn die Veränderungen waren da – die Märkte haben sich verändert. Ein neuer Bedarf ist entstanden und es gab neue Produkte, die ja vorher angeblich niemand haben wollte. Alles fängt mal an und alles entwickelt sich: Produkt, Bedarf, Jobs – völlig normal. Man nimmt es an, verändert sich mit oder muss mit der einen oder anderen Konsequenz leben lernen.

Veränderungen kommen - so oder so

Das die Automobilindustrie in der grössten Veränderung steckt ist völlig klar. Aber ist es deswegen schlecht ? Auch hier haben wir uns eingerichtet. Es war ja normal: Ein Verbrennungsfahrzeug wurde gebaut, gefahren und es wurde alles hingenommen, was damit einher ging.  Und plötzlich war der Abgasskandal da und die Erkenntnis wuchs: Es muss sich was ändern. Die Automobilindustrie jammerte, die Bundesregierung redete schön und hielt die Hand über den Betrug – zunächst.

Die Veränderung trieben andere voran. Oft eher unbemerkt, aber konsequent. Und das Veränderungen auch Konsequenzen haben, ist auch klar. Das war immer so und wird auch künftig so sein. Das ist gut so.

Blicken wir doch einfach mal zurück:

Ich selber bin sozusagen „analog“ aufgewachsen. Ich hab draussen gespielt, hab viel gelesen, Bücher gelesen. Wir sind in den Urlaub gefahren, haben dafür ADAC Streckenkarten gehabt und kein Navi oder Handy hat uns durch den Verkehrsdschungel geführt. Wenn ich telefoniert habe hies es immer: „Fasse dich kurz“. Keine Flatrate, sondern pro Minute wurde bezahlt. Ich konnte auch nicht einfach so gehen, denn das Telefon war schnurrgebunden.

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Veränderungen gibt es nicht erst seit gestern. Sie gibt es ständig und Veränderungen gibt es auch in Zukunft: Bild: t-online

Die Vergangenheit zeigt, das es geht

Oder die OnlineShops. Fluch und Segen zugleich und die meisten nutzen sie trotzdem. Gleichzeitig jammert man aber, wenn der stationäre Handel in Orten, gerade kleinen Orten verschwindet. Sind wir nicht selber schuld daran ? Ja, auch, denn wir als Kunden hatten ja die Chancen durch unseren Einkauf vor Ort ein Sterben des Handels zu verhindern. Heute wird gejammert und Bürgerläden entstehen vieler Orts.  Der klassische Versandkatalog. Neckermann, Quelle, längst Geschichte. OTTO hat eben erst den letzten Katalog veröffentlicht. Jetzt ist Schluss. Hat da einer nach Jobs gefragt ?

Online Banking. Auch so ein Thema. Würden wir alle, wie immer zur Bankfiliale, Geld holen, würden nicht so viele Filialen geschlossen werden. Es wird nicht immer weniger genutzt und in der Bankenbranche stecken wir noch mitten drin in den Veränderungen, denn „Zahlen mit Karte“ oder per App werden zunehmen. In Skandinavien zum Beispiel ist das längst Standard.

Den Computer wollte angeblich auch keiner - heute gehts nicht mehr ohne

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Das waren noch Zeiten: Ein VOBIS Computer | Bild: flickr.com

Ein Brief schreiben, das tat man mit der Hand oder mit einer Schreibmaschine und wie blöd war es, wenn sich das Farbband verdrehte.

Mein erster eigener Computer. Der war von VOBIS. Kennt das noch einer ? Ich glaube, die sind längst Geschichte, aber die waren damals ganz gross, modern und für rund 3000 Mark gekauft. Damals ein Wahnsinns Geld. Ein Router, 56 k Modem, auch die Älteren unter uns kennen das noch.Den brauchte man um online zu gehen. Viel gab es online nicht, aber es war immer wieder Spannend mit WINDOWS 95 arbeiten zu können.  Eine Wahnsinns Zeit.

Das erste Handy. Schwer, klobig aus heutiger Sicht und ziemlich teuer. Plötzlich war dann das Fräulein vom Amt weg und heute gibt es kaum noch die telefonische Auskunft. Man nutzt Suchmaschinen. Hat da einer nach Jobs gefragt ? Niemand.

Fluch und Segen: Der Online Handel

Oder die OnlineShops. Fluch und Segen zugleich und die meisten nutzen sie trotzdem. Gleichzeitig jammert man aber, wenn der stationäre Handel in Orten, gerade kleinen Orten verschwindet. Sind wir nicht selber schuld daran ? Ja, auch, denn wir als Kunden hatten ja die Chancen durch unseren Einkauf vor Ort ein Sterben des Handels zu verhindern. Heute wird gejammert und Bürgerläden entstehen vieler Orts.  Der klassische Versandkatalog. Neckermann, Quelle, längst Geschichte. OTTO hat eben erst den letzten Katalog veröffentlicht. Jetzt ist Schluss. Hat da einer nach Jobs gefragt ?

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Neckermann. Der Versandhändler hat damals auch nicht die Zeit der Veränderung erkannt. Heute und schon lange Geschichte | Bild: Manager Magazin

Ich könnte noch viele Beispiele schreiben, über das was ich erlebt habe, welche Änderungen ich selber, aber auch unsere Gesellschaft erlebt haben. Wenn wir alle ein bisschen ehrlicher sind, kann jeder da mitreden, egal in welchem Alter man ist. Veränderungen gab es immer, wird es immer geben und auch in der Zukunft müssen wir aushalten, erleben und mittragen und was viel entscheidender ist: Wir alle nutzen doch auch die Veränderungen, denn würden diese keinen Vorteil bringen, würden sie wieder vom Markt verschwinden.

Täglich grüsst das Murmeltier: Horrorszenarien werden gestreut

Und heute und in der Mobilität ? Eine Verkehrswende, auf politischer Ebene, gibt es kaum. Sie ist nicht spürbar und nicht sichtbar. Städte haben dem Auto den Vorrang gegeben und jetzt muss man handeln, verändern, umbauen. Und das nicht nur auf der Strasse, sondern vor allem in den Köpfen.

Die Autobosse sorgen sich um Jobs, das die Branche überfordert wird und mitten drin die Gewerkschaften.
Soll die Bundesregierung stoppen, was nicht mehr zu stoppen ist und der Markt es längst entschieden hat ? 

Die Automobilindustrie wurde viel zu lange geschützt und schadete sich zum Schluss selber. Und der Abgasskandal war eine Folge, weil man vor lauter Gier meinte, das es keiner merkt. Und genau dieser Abgasskandal hat alles verändert und vor allem alle nötigen Veränderungen gebracht.

Heute geht es um veränderte Mobilität, alternative Antriebe, saubere Luft und Klimaschutz und diese Erfordernisse muss man anpacken, nämlich auch in der Automobilindustrie. Dazu müssen die Rahmenbedingungen angepasst werden. Funktionierender Nah und Fernverkehr, Fahrradstrassen usw.

Mobilität verändert sich - ob wir wollen oder nicht

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Der Lebensraum wird nicht länger, so wie wir das noch kennen, auf das Auto ausgerichtet sein und sogar der klare Trend, das man kein eigenes Auto mehr besitzt, sondern sich nach Bedarf ausleiht ist grosses Thema, so wie wir das kürzlich noch bei einer IHK Veranstaltung in Düsseldorf erlebt haben. Die Pläne sind weit, die Visionen noch grösser. Eine Veränderungen die wieder so einiges verändern wird. Sicherlich nicht zu unserem Schaden.

Der Lebensraum wird nicht länger, so wie wir das noch kennen, auf das Auto ausgerichtet sein und sogar der klare Trend, das man kein eigenes Auto mehr besitzt, sondern sich nach Bedarf leiht ist grosses Thema, so wie wir das kürzlich noch bei einer IHK Veranstaltung in Düsseldorf erlebt haben. Die Pläne sind weit, die Visionen noch grösser. Veränderungen die das Leben, wie wir es kennen ändern wird. Sicherlich nicht zu unserem Schaden.

Klar ist auch: Zu viel wird schlecht geredet – in Allem. Echt schlimm. Die Devise: Dusch mich – aber mach mich nicht nass ist genau das Thema und nicht erst heute.

Abgasfreie Städte – ein Wunschtraum? Ganz und gar nicht!
Diese 5 europäischen Städte zeigen, dass es auch ohne dreckige Autos geht | Video Greenpeace

Der Markt entscheidet und danach muss man sich richten

Die Automobilindustrie hat viel riskiert, viel verloren und jetzt ist es einfacher wieder Horrorszenarien aufzustellen. Weil man auch damit ablenken will. Von der Verzögerung, der Schwerfälligkeit die sie selber erkennen sollte.

Natürlich gibt es Veränderungen – in so vielem. Zum einen allein aus dem technischen Fortschritt der Robotertechnik, aber auch, weil ein Elektrofahrzeug einfach ist. Weniger Teile zum Beispiel. Zum anderen aber auch die Tatsache, das man viel zu spät in die eigene Akkutechnik und Produktion eingestiegen ist. Die grösste Wertschöpfung bei einem eAuto ist das Akku. Punkt. Aber hier macht man sich eher von Asien abhängig, statt eigenes zu bauen. Es soll ja passieren. Ein paar Jahre dauert es aber noch und bis dahin ? Wird gejammert.

Immer das Gleiche. Man längt von eigenen Fehlern ab. Es kann doch nicht sein, das die Kultur des Wegschauens wieder einsetzt. Wir müssen doch, im eigenen Interesse bereit sein selbst Veränderungen voran zu bringen.

Klar ist: eMobilität ist in aller Munde. Mehr als viele glauben und das Interesse ist riesig, aber eben auch die Ängste. wenn wir heute einen Blick in die Zukunft machen sind die Möglichkeiten und Chancen riesig – aber der Widerstand auch. Es hilft nur nichts. Wir haben die Veränderungen einfach gemacht. Vor 5 Jahren – weit vorher bevor es so richtig losging. Ja – wir stecken mitten drin. Um uns herum passiert mehr, als die meisten von uns zur Stunde ahnen.

Deswegen ist aber das eAuto nicht schlecht und zu verfluchen. Und der Markt hat längst entschieden, was sein wird. Elektroauto wird ein Baustein der Zukunft. Einer – denn in urbanen Bereichen wird eine Menge passieren. Die Mobilität wird sich wandeln. Carsharing wird ein grosses Thema, aber eben auch die Vernetzung von Mobilität. In so vielem ist erstceinmal nur ein erster Schritt nötig, um Veränderungen einzuleiten. Aber die berühmte „German Angst“ hemmt viele – warum auch immer.

Wir stecken mitten in der mobilen Veränderung

Wenn wir Vernetzung von Mobilität wollen, muss das Angebot stimmen. Die Bahn – aktuell ein Sanierungsfall muss sich mindestens 3 x drehen. Carsharing, Mikromobilität, das Fahrrad müssen vernetzt werden, müssen unkompliziert verfügbar sein. Verkehrswege müssen neu organisiert werden – der Platz pro Auto wird sich verringern. Mobilität muss bezahlbar sein und wir müssen davon wegkommen, das ein Fahrzeug alles können muss, ebenso auch, das überall Parkplätze sein müssen. 

Aber klar ist auch: Die CO2 Steuer kommt. Denn die Lenkwirkung wird erheblich sein. Das wird und das muss sich ändern. Es gibt gute Pilotprojekte. Man testet, man probiert aus.  Und da sich alles auch entwickeln darf, braucht das ein wenig Zeit. Beschleunigen tut sich das von allein. Davon sind wir überzeugt. Die Energie, die wir ins Jammern stecken, sollten wir lieber mit Gedanken an die Zukunft stecken. Damit haben wir mehr gewonnen und viel weniger verloren, als manches Horrorszenario, was derzeit aufgebaut wird. Auch wegen der Arbeitsplätze.

Es gibt noch hunderte tausende begleitende Veränderungen. Fragen der Energie, Ernährung, des Wohnens und das Arbeiten der Zukunft. Alles verändert sich. Die Gesellschaft muss es formen und ins Gleichgewicht bringen. Die Gesellschaft muss es aber auch tragen. Das ist ganz wichtig: Sie tut es – nur manche wollen es schlicht nicht sehen. Das Leben ist ständigen Veränderungen ausgesetzt. Das ist ein völlig normaler Vorgang. Alles dreht sich und alles fliesst – wir können dafür oder dagegen sein, aber die Masse entscheidet in der Regel das WIE.

4 Gedanken zu „Elektromobilität: Statt Horrorszenarien bitte in die Zukunft schauen

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