AutobauerBundesregierungNews

Feinstaub Studie: Benziner sind dreckiger als Diesel

Benziner sind schmutziger als Diesel – zu diesem Ergebnis kam das schweizer Empa-Institut bereits 2017. Wie gefährlich die Feinstaubbelastung für die Gesundheit tatsächlich ist, zeigt nun eine aktuelle Studie im Auftrag der Bundesregierung.

von Harald M. Depta | emobicon - Cover Bild: emobicon

Diesel hat ein NOx Problem – Benziner ein Feinstaub Problem. Damit wäre alles gesagt und damit könnten wir diesen Beitrag auch schon beenden. Aber mal von Anfang an: Das Schweizer EMPA Institut hat in punkto Feinstaub bereits im Jahr 2017 darüber informiert und herausgefunden das der Benziner Hauptverursacher ist. Das hängt im wesentlichen mit der Technik zusammen.

Man hat an den Partikelfiltern gespart

Die Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Rußpartikelfilter im Diesel weniger kohlenstoffhaltigen Feinstaub ausstoßen als Benzinmotoren.  Klar wurde, dass Benzinmotoren mit Direkteinspritzung so viele Rußpartikel ausstoßen, wie ein 15 Jahre alter Diesel. Der Grund ist klar: Im Verbrennungsprozess der modernen Benzindirekteinspritzer wird, um möglichst effizient und spritsparend zu arbeiten, beim aufgeladenen Motoren der Kraftstoff unter einem enormen Druck eingespritzt. 

Diese sogenannte Direkteinspritzung mischt das Benzin, anders als bei Saugmotoren, nicht bereits im Ansaugkanal mit Luft. Das führt dazu, dass einzelne Benzinpartikel mangels Sauerstoff nicht vollständig verbrennen können. Es entstehen neben Rußablagerungen auch zeitgleich kleinste Feinstaubpartikel, der sogenannte Ultra-Feinstaub. Verbaute Partikelfilter können den Ausstoß dieser kleinen Partikelchen mit einem Durchmesser von 2,5 Mikrometern zwar reduzieren, aber anders als bei neuen Dieselfahrzeugen gibt es für Benziner (noch) keine Partikelfilter-Pflicht. 

Ändern soll sich das ab 1. September 2019. Dann werden alle Neuwagen die strengeren Anforderungen der Emissionsklasse Euro 6d-Temp erfüllen müssen. Doch bis dahin sind hinsichtlich Feinstaub-Emissionen viele Direkteinspritzer-Benziner schmutziger als Dieselfahrzeuge.

Lesen Sie auch

Feinstaub ist schädlicher als Rauchen

Im Auftrag der Bundesregierung wurde eine aktuelle Studie dazu erstellt. Diese stellt nun fest, dass die Gefahr für die Gesundheit durch Feinstaub wesentlich größer sei als häufig angenommen wird. In der Auswertung der Fakten fand das Max-Planck-Institut für Chemie und die Universitätsmedizin Mainz heraus, dass die belastete Außenluft mehr Opfer fordere als das Rauchen. 

Doch nicht nur die gut sichtbaren Rußwolken, die von den Auto emittiert werden, stellten eine Gefahr für die Gesundheit dar. Die Studie sagt klar aus, dass der zuvor erwähnte Ultra-Feinstaub besonders gefährlich ist, weil er nicht in den Atemwegen herausgefiltert wird, sondern direkt in die Blutbahn gelangen kann. Über diese kleinsten Partikel könnten krebserregende Substanzen in die Körper gelangen. Aufgrund der durch Feinstaub belasteten Außenluft könnte die Lebenserwartung der Europäer um ca. zwei Jahre sinken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.