Mobilität: Bedeutung von Elektronik und Software im Auto nimmt rasant zu

von | 30.01.2020 | Ausblick Elektromobilität, Autobauer, News, Umzug | 0 Kommentare

Das Auto von morgen wird zu einem Computer auf Rädern. Die Entwicklung ist eindeutig und geht in Richtung Autonomes Fahren und vollständige Vernetzung. Ein elektrischer Antriebsstrang forciert diese Entwicklung. Dadurch verändert sich die komplette Fahrzeugbranche, denn immer mehr Fahrzeugkomponenten und deren Software bestimmen den mobilen Einsatz.

von Harald M. Depta | emobicon - CoverBild: emobicon

Das ist das zentrale Ergebnis der Studie „Computer on Wheels / Disruption in Automotive Electronics and Semiconductors“ von Roland Berger. „Die Einführung des softwaregesteuerten Autos führt zu deutlichen Veränderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, sagt Falk Meissner, Partner bei Roland Berger und Mit-Autor der Studie. „Alle Akteure in der Industrie sind davon betroffen: Während OEMs beispielsweise künftig erhebliche Ressourcen für die Modulintegration aufwenden müssen, werden Halbleiterhersteller zunehmend auch zum Softwareanbieter.“ Für mich ist es mittlerweile normal, kein Umstand und als Entlastung und Relaxfaktor angesehen, wenn ich mit meinem Tesla Model 3 unterwegs bin. Die Technik in dem Elektroauto ist weit voraus, sehr zukunftsweisend, meist selbsterklärend. Die Entwicklung ist deutlich rasant und ein Hauch dessen, was man künftig erwarten kann.

Deutliche Kostensteigerungen erwartet

So ist der Kostenanteil elektronischer Komponenten im Verhältnis zu den Bauteilen um derzeit 16 Prozent gestiegen und wird bis 2025 auf rund 35 Prozent weiter steigen. Das glauben die Experten von Roland Berger.

Dabei schlägt der finanzielle Aufwand für elektronische Module bei einem Premiumfahrzeug mit klassischem Verbrennungsmotor heute mit rund 3.000 Dollar zu Buche.

Beim „Computer auf Rädern“ – einem halbautonom fahrenden, elektrifizierten Auto – werden es bis 2025 mehr als 7.000 Dollar je Fahrzeug sein.

Dabei wird deutlich, dass sich etwa ein Viertel der Kosten  auf die Digitalisierung zurückführen lassen. Mehr als die Hälfte des Anstiegs resultiert allerdings aus der Elektrifizierung des Antriebsstrangs. Bei immer mehr Elektrifizierung von Fahrzeugen geht man davon aus, dass die Elektromobilität zum zentralen Kostentreiber wird. Beim autonomen Fahren entfallen die zusätzlich benötigen Mittel für Automobilelektronik (925 Dollar) größtenteils auf Rechenleistung und Sensorik.

Bessere Hardware in Verbindung mit KI

Das künftige autonomes Fahren erfordert nicht nur einen Wechsel von der menschlichen Entscheidungsfindung zur künstlichen Intelligenz, sondern auch vom Gedächtnis zur Karte und von den Sinnen zu den Sensoren. Das bedeutet auch erhebliche Inventionen in diese Technologie. 

Immer bessere Systeme, Abstimmungen im Bereich Software, aber auch der Einsatz besserer Kameras, LIDAR Systeme, Radar und Ultraschallsensoren werden zu weiteren Kostensteigerungen führen. Aber das alles abgestimmt heisst Künstliche Intelligenz und eine besondere Rechenpower. Die Sensordaten müssen empfangen, ausgewertet, analysiert und mit den Aktionen des Fahrzeuges abgestimmt werden. In Echtzeit. 

Partnerschaften unter den Herstellern sinnvoll

Die Branche reagiert bereits auf diese technischen Neuerungen. Es fehlt häufig aber auch an IT Experten. Die Schwierigkeiten zeigten sich zuletzt bei der Verschiebung des Modells ID.3 von Volkswagen, wegen unvollständiger Softwarearchitektur. Immer mehr Hersteller gehen Partnerschaften mit Konkurrenten ein und schließen sich mit Halbleiterspezialisten in Konsortien zusammen. Die Experten von Roland Berger glauben, dass nur ganz wenige Unternehmen es schaffen werden die komplette Elektronik- und Software-Lieferkette abzubilden und die entsprechenden Investitionen zu tragen zu können.

Nicht vergessen sollte man aber auch die Position in der Wertschöpfungskette. Sie sollte  neu definiert werden. „Erst dann können Hersteller wie Zulieferer entscheiden, welches Know-how in den Bereichen Elektronik, Halbleiter und Software sie aufbauen müssen und welche Kooperationen Vorteile bringen“

Über mich: Der Experte rund ums Thema eMobilität.

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Autor: Harald

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