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Automobilproduktion: Wenn Klimaschutz und Dieselkrise eine ganze Industrie verändern

Ist das Ende des Verbrennungsmotors schon eingeläutet ? Zumindest sind die strengen Klimaschutzvorgaben und auch die Dieselkrise die grössten Herausforderungen für die Automobilindustrie. Der Trend ist klar: Milliardeninvestionen in die Elektromobilität.

von Stefan Blome | emobicon - Cover Bild: Christian Parlow

Deutsche Automanager sehen vor allem die Dieselkrise, die neuen strengen Klimaschutzvorgaben und den Wandel zum Elektroauto als größte Herausforderungen für ihre Unternehmen. 75 Prozent der von der Unternehmensberatung PwC befragten Manager sagten, die Dieselkrise werde im laufenden Jahr große Auswirkungen auf ihr Unternehmen haben. Die Regulierungen wegen des Klimawandels benannten 70 Prozent. Der chinesisch-amerikanische Handelsstreit, die rückläufige Konjunktur und auch der Brexit folgten dicht dahinter.

203 Führungskräfte wurden von PwC Strategy im Februar befragt. Die Befragten waren von Automolherstellern und Zulieferern gleichermassen. PwC-Partner Felix Kuhnert sagte: „Internationale Krisen und schwächelnde Kernmärkte machen der Branche gerade in einer Phase zu schaffen, in der große Investitionen in Zukunftsthemen wie das autonome Fahren oder auch vernetzte Mobilitätsdienstleistungen gefragt wären.“

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10 Prozent Absatzrückgang erwartet

40 Prozent der Befragten macht der schwächelnde chinesische Automarkt Sorgen. Die Nachfrage im Reich der Mitte sank zuletzt deutlich. Man geht von rund 10 Prozent Umsatzrückgang aus. Und das ist besonders schmerzlich, weil China mit rund 23 Millionen verkauften Fahrzeugen zu den grössten Einzelmärkten im Automarkt gilt – vor den USA.

Nicht mal die Hälfte ist auf Zukunftsfelder vorbereitet

77 Prozent der Befragten gaben zudem an, das auch die Elektrifizierung von Fahrzeugen Probleme bereitet. So ist man bei der Entwicklung von Batterietechnologie unter enormem Innovationsdruck. Nur 48 Prozent der Unternehmen gaben an, das man in diesem Zukunftsfeld gut vorbereitet ist.

Klimapolitik wird Geschäftspolitik beeinflussen

Es wird damit gerechnet, dass die Klimapolitik die Geschäftsentwicklung in den kommenden fünf Jahren in noch stärkerem Maße beeinflussen wird. In diesem Zusammenhang steht die Automobilbranche einem generellen Tempolimit auf deutschen Straßen auch eher kritisch gegenüber. Nur 29 % sehen eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung als Chance, um z. B. in Richtung Downsizing zu gehen.

Bis 2020 mindestens 10 Prozent Wachstum in der Elektromobilität erwartet

Einen positiven Ausblick bietet hingegen das Geschäftsfeld  Elektromobilität. Nahezu zwei Drittel der Unternehmen rechnen mit einem Wachstum der Neuzulassungen bis 2020 um mehr als 10 Prozent. Von 2025 bis 2030 kalkuliert jeder vierte Manager sogar mit Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent. Für die vielen Start-ups im Bereich der Elektromobilität ist das jedoch kein Selbstläufer, deren Erfolgsaussichten werden durchaus unterschiedlich beurteilt: Zwar räumen 53 Prozent den meisten Start-ups gute Erfolgsaussichten ein. 45 Prozent für vor allem junge Unternehmen sieht man keine Chancen im Bereich der Elektromobilität.

Quelle: PwC

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