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Abgasskandal: Autohäuser stehen unter Druck

Ältere Diesel sind Ladenhüter geworden. Autohändler leiden nicht nur unter den Leasing-Rückläufern, die den Betrieben starke Verluste einbringen. Jeden Tag verbrennen sie damit Geld.

von Heide | emobicon 

Der Wertverlust von gebrauchten Leasing-Fahrzeugen im Zuge der Dieselkrise belastet das Kraftfahrzeuggewerbe zunehmend. Nachdem nun seit September auch noch der WLTP Modus für die Abgaswerte gilt, nimmt der Druck spürbar zu. Die sogenannten Leasing-Rückläufer, die in der Regel nach drei Jahren zurück an den Handel gingen, könnten nur zum deutlich geringeren Marktwert verkauft werden, sagte ein Sprecher des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) der Deutschen Presse-Agentur. Die Verluste lägen im Schnitt bei 25 Prozent. Dazu kämen neue Umtauschprämien der Hersteller, um ältere Diesel von den Straßen zu holen – die dann die Höfe der Autohändler zusätzlich überschwemmten, warnte der Verbandssprecher. Fahrverbote drohen immer noch in vielen Regionen. Es gibt keine politischen Lösungen, aber immer mehr Gerichte sprechen Fahrverbote aus.

Fahrzeughändler geraten in Schwierigkeiten

Vor einer Woche war  bekanntgeworden, dass das Hamburger Autohaus Willy Tiedtke einen Insolvenzantrag gestellt hat. Trotz intensiver Bemühungen habe die weitere Finanzierung nicht mehr gesichert werden können, heisst es aus Unternehmenskreisen. Das Amtsgericht Hamburg habe die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Ziel sei, den Geschäftsbetrieb kurzfristig an einen Investor zu verkaufen. Laut »Hamburger Abendblatt« hatte das Autohaus, die  Nummer 3 unter den Volkswagen Händlern in Hamburg, Probleme mit Verlusten beim Verkauf von Leasing-Autos.

Wo ist das Problem ?

Ein Leasingnehmer entscheidet nach einer im Vertrag vereinbarten Laufzeit, ob er das geleaste Fahrzeug übernimmt und den vereinbarten Restbetrag zahlt oder ob er den Wagen an die Leasinggesellschaft zurückgibt. Das letztere wird meistens angewendet und gegen ein neueres Fahrzeug getauscht.
Gibt er das Fahrzeug zurück, gilt dieser Wagen als »Leasing-Rückläufer«. Dieser wird dann erneut vermarktet. Seit Bekanntwerden des Abgasskandals ist aber nur mit hohen Abschlägen möglich – wenn Dieselfahrzeuge überhaupt gekauft werden. Ein durchaus Riesenproblem für viele Fahrzeughändler.

Derzeit haben die Autohändler nach Verbandsangaben über 350.000 Euro-5-Diesel-Fahrzeuge auf ihren Höfen stehen – mit weiter steigender Tendenz. Jeder Leasing-Rückläufer auf dem Hof koste die Händler rund 28 Euro – pro Tag. Die Lage werde sich weiter verschlimmern, wenn die von den Spitzen von Union und SPD vereinbarten Umtauschprämien greifen, die Diesel-Fahrverbote in Städten mit hoher Schadstoffbelastung verhindern sollen.

Ausserdem gibt es aktuell auch eine starke Tendenz abzuwarten, denn diese sogenannten Umtauschprämien sind für den betroffenen Dieselfahrer eher eine Mogelpackung, als sinnvoll.

Was verschärft aktuell die Situation für die Händler ?

Wegen der laufenden Zertifizierung für den neuen Abgas-Standard WLTP sei eine Reihe von Fahrzeugmodellen  derzeit nicht lieferbar, erklärte der Sprecher: Das betrifft überwiegend Modelle von Volkswagen. »Das ist eine Riesenbelastung.« Dazu kommen Rabatte, die die ohnehin niedrigen Margen der meist mittelständischen Betriebe unter Druck setzen.

Warum man immer noch nicht erkennen will, das die goldenen Zeiten des Fahrzeugverkaufs, so wie wir ihn kennen vorbei sind, verstehen wir nicht. Zu wenige Händler erkennen die Chancen in den alternativen Antrieben. Hier scheint man eher abwarten zu wollen. Aber auf was wartet man ?

Das bedeutet eine Änderung oder Ergänzung für den Händler. Darauf muss man vorbereitet sein. Wir unterstützen dabei mit unseren Schulungen in der Elektromobilität. Da wo wir bereits aktiv war, fällt es leichter Elektromobilität zu verkaufen. Darauf sind wir stolz !

Zahlreiche weitere Händler werden sicher vom Markt verschwinden oder weiter fusionieren und übernommen werden. Die Zeiten ändern sich. Die Automobilindustrie schwenkt bereits um, die meisten Autohändler nicht ! Wenn sie sich nicht selber verändern, wird es dramatisch.

Ein Gedanke zu „Abgasskandal: Autohäuser stehen unter Druck

  1. Es werden diejenigen überbleiben die schon frühzeitig auf E-Mobilität gesetzt haben. Da der Bedarf an Wartung bei E-Autos deutlich niedriger ist als beim Verbrenner ist ein Gesundschrumpfen des Werkstättennetzes unumgänglich. Zum Ausgleich wird dann eben z.Bsp. die Mechanikerstunde teurer was diese Jobs dann deutlich aufwertet.

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