AbgasskandalAusblick ElektromobilitätBundesregierungCO2 EmissionenDieselElektroauto kaufenElektroauto MythenElektromobilität und SteuerneMobilitäteMobilität und UmweltMobilitätNewsWLTP

Dienstwagen: Wie der Wechsel von Diesel auf alternative Antriebe gelingen kann

Es ist einfach und doch so schwer, wenn man den neuen Dienstwagen aussuchen soll. Der Diesel ist out und mit Umweltzielen der Firmen steigen Flottenchefs auf Elektroautos um. Was sollte man dabei beachten ?

von Heide Becker | emobicon

Die Angst ist gross, die Vorurteile grösser und die Mythen zu alternativen Antrieben halten sich hartnäckig. Dabei kann es eine gute, sinnvolle und vor allem alltagstaugliche Alternative sein ein Elektrofahrzeug als Dienstwagen zu nutzen. Viele Vorteile inclusive.

Wenn Mitarbeiter auf ein Elektroauto umsteigen, schaut man sich die Pendelstrecke an, die man täglich fährt. Das Thema Reichweite ist natürlich wichtig und dann fällt meistens schnell auf: So schlimm ist es gar nicht.Auch für den alltäglichen privaten Bedarf reicht solch ein Fahrzeug meistens vollkommen aus.

Das Ziel in vielen Firmen ist: Elektroautos sollen künftig fester Bestandteil des Dienstwagenkatalogs sein. Das Interesse ist da hört man immer wieder, aber zu wenige Unternehmen bieten ausreichend Erfahrung und Kompetenz für die vielen Fragen die sich auftun. Die Car-Policy soll in vielen Firmen überdenkt und überarbeitet werden, aber gerade deutsche Hersteller haben aktuell kaum elektrische Fahrzeuge im Programm. 

Umstellung der Flotte aus Umweltgesichtspunkten

Bei vielen Fahrzeugen einer Flotte handelt es sich bisher fast nur um solche mit Dieselmotoren – und deren Ruf hat seit dem Abgasskandal deutlich gelitten. Doch einen Wechsel hin zu Benzinern wollen viele Unternehmen vermeiden: einerseits aus Kostengründen, andererseits aber auch aus Umweltgesichtspunkten. Es geht auch um Image und es geht um Senkung des CO2 Ausstosses.

Viele Unternehmen stellen reihenweise ihre Dienstwagenrichtlinien auf den Prüfstand, wie das aktuelle CVO-Fuhrpark-Barometer des Leasinganbieters Arval zeigt. Demnach erwartet jeder vierte befragte Flottenmanager in Deutschland, dass die Dieseldebatte die Car-Policy seines Unternehmens beeinflusst. Die häufigste Reaktion in dieser Gruppe: 65 Prozent wollen zu alternativen Motoren wechseln.

Ein wichtiger Grund dafür ist, dass sich Unternehmen unter dem Schlagwort Corporate Social Responsibility (CSR) verstärkt mit Nachhaltigkeit auseinandersetzen. „Viele Unternehmen haben sich Ziele zur CO2-Reduktion gesetzt“, sagt Jörg Löffler, Chef des zum Tüv Süd gehörenden Flottendienstleisters Fleetcompany. „Bei Firmen ohne Produktionsstätten ist der Fuhrpark da mitunter sogar der wichtigste Hebel.“ Ein Wechsel zu Benzinern, die beim CO2-Ausstoß schlechter als Diesel abschneiden, würde die Bemühungen aushebeln.

TIPP: Nutzen Sie doch einfach die zahlreichen Fördermöglichkeiten,
zum Beispiel mit der Umsetzungsberatung von emobicon.
Unverbindliche Informationen erhalten Sie HIER !

WLTP schränkt Fahrzeugauswahl ein

Noch ein zweiter Effekt könnte den Elektroautos in Flotten Schub verleihen. Seit Anfang September ist für neu zugelassene Fahrzeuge das Testverfahren WLTP verpflichtend, das für realistischere Abgasmesswerte sorgen soll. Für ein und dasselbe Fahrzeugmodell können damit bald deutliche höhere Emissionen ausgewiesen werden. Um beim Status quo zu bleiben, müssten Unternehmen also interne CO2-Grenzen für Dienstwagen erhöhen – zumindest auf dem Papier ein Rückschritt.

Durch die neue WLTP-Systematik gerät die Fahrzeugbeschaffung in vielen Unternehmen nun durcheinander. Man vermutet, dass nur die Hälfte der Unternehmen tatsächlich die CO2-Obergrenzen nach oben korrigiert. Die andere Hälfte werde auf noch sparsamere Verbrenner setzen – oder auf alternative Antriebe wie E-Fahrzeuge. Die Anfragen dazu haben stark zugenommen.  Auch wir von emobicon merken es deutlich. Zudem die Frage nach Alltag, Laden von Fahrzeugen, steuerliche Fragen und Förderungen stehen im Mittelpunkt unserer Gespräche mit Unternehmen,

Der Wechsel ist auch im Sinne der Fahrzeughersteller. Sie müssen die durchschnittlichen CO2-Emissionen von Neuwagen bis 2021 auf höchstens 95 Gramm pro Kilometer reduzieren, gemessen am alten Abgasprüfverfahren. Sonst drohen Milliardenstrafen. Zuletzt kletterte der durchschnittliche CO2-Ausstoß von neu zugelassenen Pkws in Deutschland laut Center of Automotive Management (CAM) aber wegen des sinkenden Dieselanteils sogar auf 127,9 Gramm.

Über ihre Leasingtöchter wollen die Hersteller deshalb den Markt für E-Autos stimulieren. Gemessen daran, dass Restwerte bei Elektroautos noch völlig unklar sind, sind die Leasingraten auffällig günstig. Typischerweise werden Leasingfahrzeuge nach drei bis vier Jahren weiterverkauft. Vom Wiederverkaufspreis hängt stark ab, wie teuer die Miete für Firmen ist.

Leasing für Elektrofahrzeuge ist günstig

Viele Experten erwarten, dass deswegen auch das Leasing von Dieselautos teurer wird – schließlich entwickeln sich diese im Gebrauchtwagenhandel zu Ladenhütern. Eines zeichnet sich bereits heute ab: Je nachdem, wie hoch die Steigerung ausfällt, werden E-Autos im Verhältnis auch unter wirtschaftlichen Aspekten attraktiver.

Die Bundesregierung plant für Anfang 2019 Steuererleichterungen. Statt ein Prozent des Listenpreises müssen Arbeitnehmer, die Firmenwagen privat nutzen und kein Fahrtenbuch führen, dann 0,5 Prozent als geldwerten Vorteil versteuern. Die Einsparungen sind erheblich und die Nachfrage von Dienstwagenberechtigten wird damit deutlich steigen. Auch das merken wir gerade aktuell.

Die eingeschränkte Auswahl und der Preis bremsen die Begeisterung für E-Autos von Flottenmanagern. Es gibt derzeit schlichtweg für große Teile einer Flotte kaum passenden Modelle auf dem Markt. Dabei sind viele  Unternehmen gegenüber der E-Mobilität grundsätzlich aufgeschlossen. Meistens, beginnend mit dem Vorstand in Unternehmen kommt die Elektromobilität in Gang.

Noch zu wenige Alternativen am Markt

Die meisten Fahrzeuge eines Unternehmens nutzen sowohl für dienstliche Fahrten als auch privat. Doch elektrische Kombis mit einem ausreichenden Ladevolumen werden laut Bahr noch nicht angeboten. Oft geht es dann, zumindest erstmal, wieder nur mit Dieselfahrzeugen.

Überschreiten Mitarbeiter bei der Fahrzeugwahl bestimmte Motorleistungen, müssen sie zuzahlen, so die Informationen vieler Unternehmen. Zusätzlich sollen genaue Aufschlüsselungen des tatsächlichen Verbrauchs im Vergleich zu Mitarbeitern mit ähnlichen Dienstwagen zu einem sparsamen Fahrverhalten animieren.

Allein auf E-Autos setzen aktuell nur wenige Unternehmen. Auch empfehlen das so, denn die Frage ist ob man für jeden Mitarbeiter ein Dienstfahrzeug braucht. Mit Mobilitätsbudgets und Carsharing existierten Alternativen, die für viele junge Kollegen mit einer Wohnung in der Innenstadt sogar attraktiver seien, so die Erkenntnis in unseren Beratungen.

Ein Gedanke zu „Dienstwagen: Wie der Wechsel von Diesel auf alternative Antriebe gelingen kann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.