IWR: Alltag mit der Elektromobilität ist unumkehrbar

von | 05.01.2020 | Autobauer | 0 Kommentare

Viele Jahrzehnte war der Verbrenner Mittelpunkt der Automobilindustrie. Bis zum Abgasskandal rüttelte keiner am Erfolg, selbst als Start ups mit Elektromobilität Zukunft zeigten. Mittlerweile wird weltweit massiv in Elektrofahrzeuge investiert. Der Sinneswandel kommt spät, aber dieser wird unumkehrbar sein.

von Thorsten Bär | emobicon - CoverBild: emobicon

Vorurteile aus Unkenntnis oder Doppelmoral aus Ignoranz. So kennt man die Meinungen vieler. wenn es um Elektromobilität geht. Meistens unbegründet oder vorgeschoben, nur um sich nicht mit Veränderungen beschäftigen zu müssen. Angeblich kosten Elektroautos zu viel, haben viel zu wenig Reichweite und Ladestationen sind Mangelware. Aber der Wandel in der Automobilindustrie, in Politik und Gesellschaft ist längst im vollen Gange. Mittendrin in einer unumkehrbaren Veränderung. Das wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. Die Entwicklung ist in vollem Gange, die Veränderungen spürbar und all das was wir erleben ist erst der Anfang. Nichts wird sein wie vorher, aber wir schaffen Zukunft.

Die Automobilindustrie wird getrieben

Die aktuelle Entwicklung in der Automobilbranche basiert nach Einschätzung des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) hauptsächlich auf drei Faktoren:

1. China: die Elektromobilitäts-Politik in Verbindung mit dem hohen chinesischen Marktvolumen
2. Tesla: der so nicht erwartete Markterfolg
3. der Dieselskandal

„Jeder einzelne dieser drei Faktoren für sich betrachtet hätte kaum ausgereicht, den Transformationsprozess hin zur Elektromobilität so schnell einzuleiten, die kumulative Wirkung schon“, so IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster.

Eine Ursache für die Veränderungen ist der Abgasskandal

Seit dem Beginn des Abgasskandal 2015 ist offenbar auch das Vertrauen in die Automobilindustrie tiefgreifend erschüttert. Man hatte durch ausgefeilte technische Maßnahmen das Luft- und Schadstoffproblem der Verbrenner im Griff. Illegal. Allnoch: „Der Abgasskandal in der Automobilbranche hat in der Folge nur die Fassade eingerissen, hinter der sich die Branche wie in einer selbstgebauten Blase eingerichtet hatte.“ 

Nun investiert man viele Milliarden Euro in die Elektromobilität. Diese soll dazu  dienen, die eigene technische Stärke auf einem neuen Feld zu demonstrieren.  Zum Tragen kommt allerdings eine vorherrschende Orientierungslosigkeit. Mit viel Geld will man letztendlich die Gestaltungsmacht zurückzugewinnen, so Allnoch. 

Flankiert wird diese Entwicklung durch die drohenden milliardenschweren Strafen der EU, wenn die Automobilindustrie ihre Reduktionsziele nicht erreicht. Aber auch der stetig wachsende Anteil von Ökostrom und die Verfügbarkeit neuer, kostengünstiger Speicherlösungen tragen dazu bei, dass sich die Rahmenbedingungen im Verkehrssektor grundlegend ändern werden.

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Sorge vor Erreichen des Kipppunktes

Ein weiterer aktiver Bewegungstreiber ist die Sorge der internationalen Automobilindustrie, den Kipppunkt (tipping-point) hin zur Elektromobilität zu verschlafen. So ist die geplante Fusion zwischen dem italienisch-amerikanischen Fiat Chrysler Konzern und dem französischen PSA Konzern auch deshalb zustande gekommen, weil der PSA Konzern über eine potente Elektro-Antriebsplattform verfügt. Fiat und Chrysler haben keine technischen Lösungen zu bieten. „Elektromobilität und Ökostrom gehören die Zukunft im Verkehrssektor, dieser Trend ist letztendlich unumkehrbar“, so Allnoch.

Quelle: IWR 2020

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