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Elektroauto: Neue Regelungen für den elektrischen Dienstwagen

Elektroauto: Neue Regelungen für den elektrischen Dienstwagen | emobicon

Der Deutsche Bundestag hat das Gesetz zur künftigen steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften beschlossen. Das betrifft unter anderem die Besteuerung von elektrischen Dienstwagen, aber auch die Steuerbefreiung für das kostenfreie Laden von Elektroautos am Arbeitsplatz. Wir haben uns das mal genau angeschaut.

von Stefan Blome | emobicon - CoverBild: ppm/klinkmann | emobicon/Depta

Eine Pauschale in Höhe von 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises, die bereits schon länger im Gespräch war, kommt, allerdings wird diese nicht für alle Stromer gelten. Viele Fahrer müssen weiterin 0,5 Prozent monatlich versteuern. Fahrer von Elektrofahrzeugen als Firmenwagen müssen ihre privaten Strecken nur noch pauschal mit einem Viertel der Bemessungsgrundlage versteuern, also 25 Prozent des Bruttolistenpreises, sofern der Fahrzeugpreis unter 40.000 Euro netto liegt. Das hat der Bundestag nach dem Autogipfel im November 2019 beschlossen, indem er bei der Dienstwagensteuer die Vorschläge aus dem Klimapaket 2030 umsetzt.

Steuerbefreiung für das Aufladen beim Arbeitgeber bleibt

2018 wurde die begrenzte Begünstigung für Elektrofahrzeuge und Plug in Hybride bei der Dienstwagenregelung eingeführt- Diese war zunächst für nur 3 Jahre vorgesehen. Sie soll nun in zwei Stufen bis zum Jahr 2030 verlängert werden: Von 2022 bis 2024 werden nur Elektroautos und Plug in Hybride begünstigt, die eine Mindestreichweite mit reinem Elektroantrieb von 60 Kilometer oder einen CO2-Ausstoß von maximalen 50 g/km haben. Von 2025 bis 2030 steigt die erforderliche Mindestreichweite auf 80 Kilometer.

Konkret heisst das, dass  Arbeitnehmer, die einen infrage kommenden betrieblichen Stromer auch privat nutzen, bis 2030 monatlich statt einem Prozent des Listenpreises höchstens einen halbierten Satz von 0,5 Prozent als geldwerten Vorteil versteuern müssen. Klar scheint aber, dass bei Elektroautos mit einem Bruttolistenpreis nicht über 40.000 Euro die Arbeitnehmer nur 0,25 Prozent des Listenpreises im Jahr versteuern. Darüber hinaus wurde die Steuerbefreiung für das kostenfreie Aufladen von Elektroautos und Plug-in-Hybriden im Betrieb des Arbeitgebers bis 2030 verlängert.

Sonderabschreibung kommt

Ebenfalls beschlossen wurden eine Sonderabschreibung für kleine und mittlere Elektro-Lieferfahrzeuge. Sie wird von 2020 bis 2030 gewährt und beträgt einmalig 50 Prozent der Anschaffungskosten. Die Sonderabschreibung gilt auch für E-Lastenfahrräder mit einem Mindest-Transportvolumen von einem Kubikmeter und einer Nutzlast von mindestens 150 Kilogramm.

Steuervergünstigungen auch für Mogelpackungen

Diese Ausweitung der steuerlichen Förderung ergänzt die kürzlich von Bund und Industrie vereinbarte umfangreichere Unterstützung beim Kauf von Elektroautos und Plug-in-Hybriden. Hier ist wieder ganz offensichtlich, dass die Politik die umstrittenen Plug in Hybride fördern will, obwohl man sehr genau weiss, das diese kaum, eher gar nicht die Unterstützung der Klimaschutzziele im Verkehr unterstützen werden. 

Hier ist mehr Mogelpackung statt Realität der Tatsache geschuldet, dass Hersteller bereits heute klar sagen: Wir werden künftig mehr elektrifizieren. Das heisst bei meisten allerdings Plug in Hybrid. Der „Umweltbonus“-als Kaufprämie soll bei Elektrofahrzeugen bis zu einem Nettolistenpreis von 40.000 Euro um 50 Prozent, bei teureren Modellen bis zu einer Grenze von 65.000 Euro um 25 Prozent erhöht werden. Die Hersteller übernehmen weiter die Hälfte des Zuschusses von zukünftig bis zu 6000 Euro. Allerdings stellt sich die Frage nach einer Notwendigkeit, denn gerade bei sehr teuren Modellen,  wie zum Beispiel einem Taycan von Porsche, der weit über 100.000 € kosten soll, sehen wir das sehr kritisch und absolut als nicht notwendig an.

Zum Teil auch Förderungen für Gebrauchtfahrzeuge

Auch die normalerweise mit 0,03 Prozent pro Entfernungskilometer besteuerten Fahrten zwischen der Wohnung und Arbeitsstätte halbiert sich bei elektrifizeirten Firmenwagen. Denn nicht die Steuer wird reduziert, sondern die Bemessungsgrundlage für diese  Steuer. Das ist der Bruttolistenpreis, der bei Elektroautos und Plug-in Hybriden jetzt nur noch zur Hälfte angesetzt wird.

Der Gesetzgeber spricht hier von „Anschaffung“, nicht „Neuzulassung“, weshalb der verringerte Steuersatz auch für gebrauchte Elektrofahrzeuge gelten soll. Hat das Unternehmen das Auto allerdings bereits 2018 angeschafft, kommt ein Arbeitnehmer nur dann in den Genuss der Steuerermäßigung, wenn der Chef das Auto 2019 erstmals als Firmenwagen einsetzt.

Für ältere Dienstfahrzeuge ändert sich wenig

Änderungen gibt es auch hier: Für 2018 und früher zugelassenen Elektroautos wird zur Bemessung des geldwerten Vorteils weiterhin der von Kaufdatum und Batteriegröße abhängigen Listenpreis angesetzt. So errechnet sich beispielsweise bei den im Jahr 2018 zugelassenen Elektrofahrzeugen der vom Bruttolistenpreis abzuziehende Betrag aus dem Faktor 250 multipliziert mit den kWh der Batterie, maximal jedoch 7.500 Euro. 

Wer seinen Firmenwagen nur wenig privat fährt, soll auch weiterhin ein Fahrtenbuch führen können. Auch dann gilt als Bemessungsgrundlage der halbe Bruttolistenpreis. In jedem Fall kommen zur pauschalen Steuer noch die üblichen 0,03 Prozent pro Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte hinzu. 

Mit diesen ganzen Neuerungen, Ergänzungen und den Verlängerungen bestehender Förderungen, ist ein Stromer sehr attraktiv und  meistens kostengünstiger.

Steuervorteile beim Aufladen des Stromers beim Arbeitgeber , sowie für die dem Angestellten überlassenen Ladevorrichtungen bleiben ebenso bestehen. Für die Anschaffung neuer rein elektrisch betriebener Lieferfahrzeuge wird darüber hinaus eine interessante Sonderabschreibung eingeführt.

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