Mobilität: Warum das Auto das Leben nicht erleichtert

von | 07.09.2020 | Allgemein | 0 Kommentare

Mobilität: Warum das Auto das Leben nicht erleichtert
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Mobilität gehört zur Zukunft. Mobilität soll bequem sein, wird dabei aber zu oft zu einseitig betrachtet. Für die meisten gibt es nur das Auto, der Verbrenner.  Der Trend: Dick, schwer, oder als Mogelpackung per Plug in Hybrid. Emotional betrachtet würden viele eher die Schwiegermutter verkaufen, als auf das „Stück Freiheit“ zu verzichten. Das ist die Realität. Schlimmer ist die Tatsache, das sich Alternativen rechtfertigen müssen. Elektromobilität wird schlecht geredet und die meisten ignorieren absichtlich die negativen Auswirkungen von Verbrennern. Das Schönreden ist salonfähig – noch. Aber warum müssen die, die anders, fortschrittlich und zukunftsweisend denken eine Rechtfertigung finden? Und die Frage ist auch wieviel Jobs eine Uralttechnik sichert, während Zukunft nicht als Chance, auch für neue Jobs gedacht wird? Gefangen im Jetzt und was kommt dann?

Förderungen für Verbrenner bringt gar nichts mehr

Und es geht um so viel mehr und nicht um die individuelle Mobilität. Es geht darum Mobilität anders zu sehen. Behauptet wird immer viel – nur getan wird es viel zu selten. Frei nach dem Motto: Was stört mich das Geschwätz. Es ist zumindest oft ernüchternd. Und wenn man sich das Sebelrasseln der Autobauer und angeblichen Studien anschaut war längst klar, dass nichts, aber wirklich gar nichts mehr sein wird, wie es war. Das ewige Streben nach Wachstum ist sowieso längst Schnee von gestern und viel dramatischer die Forderung von der Lobby mit Unterstützung vom Bayrischen Ministerpräsidenten Söder, dass Verbrenner bitte auch gefördert werden sollen. NEIN sollen sie nicht. Denn es bringt gar nichts. Weder für Jobs, noch für das Klima, schon gar nicht für die Umwelt.

Bequemlichkeit über alles?

Die Gesellschaft ist anders geworden, lebt anders und fordert zu Recht ein anderes denken und ein anderes handeln. Punkt. Wir sind auch nicht abhängig von der Automobilindustrie, sondern von uns selbst, weil die schlechte Gewohnheit gerechtfertig wird ohne an die Folgen zu denken. Es macht sprachlos wie dumm sich so viele benehmen und mit wieviel Doppelmoral argumentiert wird. Meistens sogar ziemlich einseitig, oft sogar falsch und billig, weil die Oberflächlichkeit für viele die ausreichende Argumentation ist. Die Realität steht bei vielen ganz weit hinten. Es ist aber dumm, weil jeder die Folgen spüren kann. Und zwar heute schon und morgen sowieso. Wir haben nicht mehr Mobilität, aber eine ganz andere. Die Wege sind die gleichen  – die Fortbewegung ändert sich und das ist gut so. 

Auto über alles?

Deutsche machen rund drei Wege pro Tag im Schnitt. Das heißt, Mobilität, wie sie definiert wird, ist ja schon ein verfälschter Begriff, wenn man nur die Zahl der Wege mit dem Auto zählt, aber nicht die gleichzeitig verringerte Zahl der Wege zu Fuß, mit dem öffentlichen Verkehr oder mit dem Fahrrad. Und den Rest der Zeit? Steht die Karre rum und frist Geld.

Abgase, Lärm, verschenkter Platz – Widersprüche, die hingenommen werden. Ich ich, nochmal ich und der Rest interessiert nicht. Meistens jedenfalls. Ziemlich einseitig betrachtet und offensichtlich von der Lobby gestützt, von der Politik widersprüchlich dargelegt. Von uns billigend in Kauf genommen. Das eine tun wollen, aber anders handeln. Umfragen sind oft dumm und kein Gradmesser, weil immer viel behauptet wird – in der Theorie. Ganz typisch für das Verhalten der Politik und das nicht nur in der Mobilität, sondern in vielen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft.

Wenn man was ändern würde wollen, dann her mit kostenfreien Nahverkehr, mehr Fahrradwege, mehr Förderungen für Alternativen. Aber nein: Es kostet ja. Behauptet wird allerdings stets was anderes. Würde ich wollen, würde ich ändern, nicht nur reden. Es ist einfacher den anderen in den Mund zu reden, statt realitöät aufzuzeigen, zu lenken und zu diskutieren. Da wir aber ein Volk sind was gern totredet würde es vermutlich nicht viel bringen. Mancher Zwang könnte aber helfen und das Lenken bringt ja auch bald Realität. Steuern und Abgaben steigen, fossiler Kraftstoff steigt und Hersteller werden das teurer machen, was ihnen schadet. Prima und mehr als richtig. Überfällig ist das längst.

Aber was haben wir jetzt? Egal die Abgase – im Gegenteil: Die Rechtfertigung oder Behauptung, dass alles falsch sei. Egal die Verkehrstoten, denn die Schwachen sollen sich den Starken unterordnen. Einschränkungen? JA, aber bitte nicht bei mir und schade, dass ich noch nicht in den Supermarkt fahren kann. Wir opfern in Deutschland pro Jahr mehr als 3000 Menschen dem Autoverkehr. Hierbei wird systematisch eine zutiefst menschliche Werteskala zugedeckt. Nämlich, dass man menschliches Leben respektieren und achten sollte. Dazu kommen die vielen seelisch und physisch Verletzten, nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt. Bei den Waffenexporten wird ja langsam bewusst, dass das ethisch nicht verantwortbar ist. Aber bei den Autos ist es das Gleiche. Die Doppelmoral wird akzeptiert, weil es andere und mich nicht trifft oder interessiert?

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Merkel: Bundeskanzlerin lehnt Kaufprämie für Verbrenner ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der CSU-Forderung nach einer Kaufprämie für Autos mit sauberen Verbrennungsmotoren eine klare Absage erteilt. In Berlin sagte sie: „Ich persönlich glaube, dass unser Konjunkturprogramm jetzt rund ist, dass wir die richtigen Maßnahmen beschlossen haben und durch die Senkung der Mehrwertsteuer beinhalte dieses auch Preisvorteile beim Kauf eines Autos mit Verbrennungsmotor“. 

Störfaktor Mensch?

Wir finden plötzlich alles in Ordnung, was dem Auto nützt. Wir sehen die Welt nicht mehr so, wie sie ein Mensch sehen müsste, wenn er in einer menschlichen Welt leben sollte. Ein anderer Mensch, also ein Fußgänger zum Beispiel, ist daher ein Störfaktor für Autofahrer. Das heißt, das Gehirn wird ganz massiv vom Auto manipuliert. Zugeben würden das die wenigsten. Und weil das Auto über allem stehen soll ist all das was verändert, möglicherweise verhindert, schlecht. Eine Fussgängerzone ohne Autos? Die Geschäfte gehen kaputt. Ein Parhaus mitten in der City? JA und bitte kostenfrei. Komisch. Da wo es echte Änderungen gibt funktioniert es. Beispiel Wien, Kopenhagen, Amsterdam, Madrid und viele andere Beispiele. Warum funktioniert es nicht bei uns? Weil wir uns die Veränderungen schlecht reden müssen ohne an die Konsequenzen zu denken?

Ich will ja an freien Tag auch die Natur geniessen und fahre deshalb mit dem 10 Liter Auto in die Natur. Aus Bequemlichkeit oder Dummheit? Beides. Man kann es immer wieder sehen.

Ein Vorwand – gesteuert durch den Verbrenner

Das ist wie die verändernde Mobilität mit Elektrofahrzeugen. Geht nicht, ist schlecht und so schlimm mit Akku und der Kinderarbeit und da ich nie mehr als 400 km fahre, muss der Stromer 1000 km Reichweite haben, weil der fossile Antrieb das angeblich auch kann. *augenroll* Das ist nicht daher gesagt, sondern genau die Reaktion und Behauptungen die man hört, liest und erlebt. Ich darf mal sagen: Mehr Dummheit geht in diesem Zusammenhang kaum noch.

Versucht man das Elektroauto als normales Fahrzeug darzustellen, trifft man auf Gegenargumente. Argumente – an den Haaren herbeigerufen, weil sich die Masse nicht ändern will, obwohl die Meisten das problemlos könnten. Alles geht nur mit dem Verbrenner, bitte 10 Liter für 100 km, aber umweltfreundlich bin ich trotzdem. Das sind alles billige Vorwände, gesteuert vom Verbrenner. Das heißt: Sie verteidigen nicht mehr die Werte des Lebens, wie etwa die Werte der Kinder, sondern Menschen sprechen im Namen des Verbrenners. Dass sie aber in den vom Auto veränderten Strukturen gefangen sind, merken sie aber nicht. Weil sie es nicht wollen. Jeder Grund ist vorgeschobven und damit ziemlich billig weil er damit jede Konsequenz billigend in Kauf nimmt. Egal oder?

Uralttechnik und das Gestern rettet keinen einzigen Job!

Liest man irgendwo was es bringt, wenn man an der Uralttechnik festhält? Klar ist doch zudem, dass der deutsche Markt klein ist und wenn man den Vorwand wegen Jobs ausreizt, dann darf man die Frage stellen, warum dann im Ausland gebaut und investiert wird, aber mit der Entscheidung geduldet wird, dass ehemals deutsche Arbeitsplätze „umziehen“, während hier gejammert wird. Wie lange wollen wir noch zusehen, wie andere den Markt besetzen, während wir mit Uralttechnik meinen Jobs zu retten? Wie dumm wollen Lobby von Autobauern und die Politik einen noch nehmen?
Gut die Ansage der Kanzlerin, weil sie zumindest in diesem Fall klar Position bezieht.

Schlau wäre es doch längst insgesamt in die Zukunft zu sehen. Bestes Beispiel ist doch zum Beispiel TESLA. Sie bauen Zukunft, schaffen tausende Jobs, während Autobauer, die Verbrenner können Jobs abbauen. Übrigens ist Corona nicht der Grund – den gab es lange vorher, auch die Ankündigung Jobs abzubauen. Und Mobilitätsveränderungen heisst auch schon lange, dass Jobs wegfallen, weil ich nicht mehr so viele Autos brauche. Was also bringt das Jammern und fordern nach Dingen die morgen nicht mehr interessieren? Einfach nur verkehrte und verlogene Welt. Und da müssen sich die, die in die Zukunft schauen rechtfertigen?  Eingelullt in der Bequemlichkeit und Doppelmoral sind immer die Gestrigen.

Das kennt man übrigens in vielen Bereichen. Wie das Beispiel des billigen Schnitzel. Wehe dem man nimmt es uns weg – aber Tierschutz will ich bitte trotzdem. Und wenn es billig bleibt, dann nehme ich auch billigend in Kauf dass das arme Schwein weiter gequält wird. Das darf und das muss auch mal gesagt werden dürfen.

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