Merkel: Bundeskanzlerin lehnt Kaufprämie für Verbrenner ab

von | 03.09.2020 | Allgemein | 0 Kommentare

Merkel: Bundeskanzlerin lehnt Kaufprämie für Verbrenner ab

Bild: PIXABAY

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der CSU-Forderung nach einer Kaufprämie für Autos mit sauberen Verbrennungsmotoren eine klare Absage erteilt. In Berlin sagte sie: „Ich persönlich glaube, dass unser Konjunkturprogramm jetzt rund ist, dass wir die richtigen Maßnahmen beschlossen haben und durch die Senkung der Mehrwertsteuer beinhalte dieses auch Preisvorteile beim Kauf eines Autos mit Verbrennungsmotor“. 

„Insofern“. so die Kanzlerin „sehe ich da jetzt im Augenblick keinen Ergänzungsbedarf“. Weiter sagte sie: „Die Forderung der CSU ist mir bekannt“.  Bei der Klausurtagung der CSU Landesgruppe wurde die gescheiterte Forderung nach einer Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotoren erneut thematisiert. So heisst es dort: Eine Kaufprämie für saubere Verbrenner dürfe „kein Tabu sein, sondern kann eine Brücke bauen auf dem Weg zu neuer Wettbewerbsfähigkeit und dem Erhalt von Arbeitsplätzen“. Wettbewerb mit Verbrennern? Die CSU sollte sich mal die Fakten ansehen…

Der Absatz mit Verbrenner ist gesunken

Der Absatz von Fahrzeugen war im August in Deutschland zuletzt erneut gesunken. Laut KBA haben sich vor allem gewerbliche Käufer zurück gehalten. So ist der Absatz von Firmenwagen, bei denen die Mehrwertsteuer letztlich keine Rolle spielt, im Vergleich zum Vorjahresmonat um 26 Prozent eingebrochen. Gewerblich genutzte Fahrzeuge machten fast zwei Drittel der 251.000 neu zugelassenen Pkw aus. Der gesamte Absatzrückgang ist vergleichsweise moderat ausgefallen, weil Kunden mit geplanten Käufen bis zur Mehrwertsteuersenkung gewartet hatten.

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Der Absatz von Elektrofahrzeugen ist auch im August 2020 deutlich gestiegen | Bild: emobicon

Zulassungen bei Elektrofahrzeugen gestiegen

Betrachtet man die Zahlen des KBA, dann fällt auf, dass rund ein Viertel der neu zugelassenen Autos mittlerweile einen Elektroantrieb hat. Die Zahl der vollelektrischen Pkw verdreifachte sich demnach binnen Jahresfrist auf 16.000 und stand damit für gut sechs Prozent der Neuzulassungen. Die Zahl der Hybridfahrzeuge verdoppelte sich auf gut 46.000 und repräsentierte damit 18 Prozent der verkauften Neuwagen.

Der Absatz reiner Benzinfahrzeuge hingegen brach um 39 Prozent auf 118.000 ein. Die Zahl der Pkw mit reinem Dieselantrieb sackte um 28 Prozent auf 69.000 ab.

Besonders TESLA profitierte von den Förderungen und damit von der grösser werdenen Nachfrage. Damit ist das US Unternehmen die einzige Marke die im bisherigen Jahresverlauf in Deutschland ein Absatzplus verzeichnete. Mit 2800 Autos im August versechsfachte Tesla seinen Absatz im August beinahe. Der Marktanteil des Unternehmens betrug damit gut ein Prozent. Bei den deutschen Herstellern schlug sich die Marke BMW am besten. Hier setzt man vor allem auf Hybridfahrzeuge. Damit kletterte der Absatz hier um 15 Prozent. Volkswagen verlor 17 Prozent und Mercedes knapp vier Prozent.

Wird die Förderpraxis erneut korrigiert?

In der Politik gewinnt die Diskussion über eine Änderung der Förderpraxis wieder an Fahrt. So will Wirtschaftsminister Peter Altmaier darüber nachdenken, Autokäufern eine gleichzeitige Nutzung mehrerer Förderprogramme für Elektroautos zu erlauben. Zuletzt hat man die sogenannte Kummulierung untersagt, dass heisst: Eine Kombination aus verschiedenen Fördertöpfen. Die BAFA argumentierte, dass man eine „Überförderung“ vermeiden wolle. Eine Förderung von Verbrennern schliesst man auch im Bundeswirtschaftsministerium aus. Man habe bereits Plug in Hybrid in der Förderung. Deren Zulassungszahlen steigen, heisst es aus dem Ministerium. Ein möglicher Kompromiss ist im Gespräch.

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Über mich: Der Experte rund ums Thema eMobilität.

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Autor: Harald

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