Meinung: Warum die Diskussion um Tempolimit Quatsch ist!

von | 08.03.2020 | Allgemein | 0 Kommentare

In regelmäßigen Abständen brandet das Thema Tempolimit auf, kürzlich wieder aufgrund neuer Berechnungen des Umweltbundesamt (UBA).
Warum eigentich? Fest steht, dass wir auf Dauer um ein Tempolimit nicht herum kommen werden.

von Stefan Blome | emobicon -   Coverbild: emobicon

Der Streit um ein Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen geht in eine neue Runde. Aufgrund kürzlich veröffentlichter neuer Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) könnten durch ein generelles Tempolimit von 130 km/h rund 1.9 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart werden. Unsere europäischen Nachbarländer haben das schon längst verstanden, wie die neuen Tempolimits auf Hollands Autobahnen zeigen.

1.000 km mit Tempo 200?

Ich finde diese ganze Diskussion mittlerweile nur noch Quatsch. Warum? Mal ehrlich, wann sind Sie das letzte Mal mit 200 km/h oder noch schneller eine längere Strecke auf der Autobahn gefahren? Und wenn Sie die Möglichkeit hatten, waren Sie dabei entspannt? Und wie war Ihr Kraftstoffverbrauch? Die immer wieder bei Elektroautos angemahnten 1.000 km Reichweite kriegen Sie mit Tempo 200 mit Ihrem Verbrenner auch nicht hin! Sicher ist, dass niedrigere Geschwindigkeiten den Kraftstoffverbrauch senken, man stressfreier von A nach B kommt und ein gleichmäßiger Verkehrsfluss das Staurisiko minimiert.

Tempolimit de facto schon da.

Und wenn man häufiger unterwegs ist, wie wir von emobicon auch häufig im Ruhrgebiet, kann man aufgrund von vollen Straßen und vielen Baustellen ohnehin nicht schneller als 100 – 130 km/h fahren, wenn überhaupt. Durch diese Situation, an der sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern wird, ist ja ohnehin schon ein „Tempolimit durch die Hintertür“ entstanden.

Abgesehen davon sind bereits jetzt ca. 30% des deutschen Autobahnnetzes mit einem Tempolimit reguliert. Wenn man all diese Faktoren berücksichtigt, ist ein generelles Tempolimit für das gesamte Autobahnnetz die logische Schlussfolgerung. Somit ist die immer wieder aufpoppende Diskussion darüber Quatsch.

In Zeiten der Umweltprobleme Diskussion überflüssig

Die strikte Ablehnung eines Tempolimits durch die CDU und Verkehrsminister Scheuer erweckt nicht erst jetzt den Verdacht der Klientelpolitik für die deutsche Autoindustrie, die ja bekanntermaßen ihr Geld durch große, schwere Boliden mit viel PS verdient. Ein solches Auto macht natürlich wenig Sinn, wenn man es nicht auch einmal „ausfahren“ kann. Die Umwelt und die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer wird hier gerne ausgeblendet.

Ich denke es wird Zeit, jetzt einmal im Sinne der Umwelt und der Mehrheit der Bürger zu entscheiden, die mittlerweile einem Tempolimit offen gegenüber stehen. Und das ohne die immer gleiche Quatsch-Diskussion.

Tempolimit in den Niederlanden verschäft

Unsere holländischen Nachbarn haben ihr schon seit Jahren bestehendes Tempolimit auf den Autobahnen zum 16.März 2020 auf 100 km/h zwischen 06:00 Uhr und 19:00 Uhr gesenkt. Außerhalb dieser Zeit ist das Limit 130 km/h. Diese Entscheidung ist Teil eines Maßnahmenpakets der Holländischen Regierung zur Senkung der Stickoxidemissionen.

Ich bin mir sicher, dass deswegen weder die holländische Wirtschaft zusammenbricht, die Bevölkerung unsägliche Unbill zu erleiden hat oder die Welt untergeht. So wie es ja bei uns in Deutschland zu sein scheint, wenn ein Tempolimit kommen sollte

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Über mich: Der Experte rund ums Thema eMobilität.

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Autor: Harald

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