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Lohnt sich ein Elektroauto als Dienstwagen ?

Die Bundesregierung senkt die Steuern für umweltfreundliche Dienstwagen um die Hälfte.  Lohnt sich das Elektroauto auf Firmenkosten oder eher für die deutsche Automobilindustrie ? Wir haben uns das mal genau angesehen.

von Stefan | emobicon

Wie verändert sich die Förderung ?

Das Steuergeschenk, milliardenschwer, soll also einen echten geldwerten Vorteil bringen. Einen Vorteil also auf den Betrag den die Fahrer als Zuschlag auf Ihr Gehalt versteuern müssen. Dieser soll halbiert werden, auf 0,5 Prozent. Aber noch steht die Zustimmung des Bundesrates auf wackeln Füssen, denn die Bundesländer müssen das mittragen.

Das gilt sowohl bei der Abrechnung über ein Fahrtenbuch, als auch bei der Pauschalisierungsmethode. Noch wird monatlich ein Prozent des Listenpreises versteuert.

Diese Maßnahme kostet den Staat im Zeitraum von 2019 bis 2021 schätzungsweise zwei Milliarden Euro. Fahrzeuge, die davor oder bis 2023 zugelassen werden, erhalten eine Minderung abhängig von der jeweiligen Batteriekapazität.

Wie profitiert man von dem Steuergeschenk ?

Man muss schon mal echt vergleichen. Gut geht es mit Fahrzeugen, die sich von der Art ähneln, aber im Antrieb unterschieden.

Beispiel: Nissan Pulsar (Benziner) und Nissan Leaf (voll elektrisch)

Bei der 1 % Regelung muss beim „Pulsar“ 185 € versteuert werden, beim Nissan Leaf  rund 320 €.

Bei der geplanten neuen Regelung halbiert sich der Prozentsatz beim Nissan Leaf auf 160 €, also weniger als beim vergleichbaren Benziner.

Nissan PULSAR: Listenpreis ca 18500 €
Nissan Leaf: Listenpreis ca 32000 €

Je höher der Listenpreis ausfällt, desto höher ist auch der eingesparte Betrag. 

So können zum z.B.  Dienstwagen Fahrer eines TESLA bis zu 700 € pro Monat einsparen und müssen die Summe weniger versteuern. Diese Unterschiede erhöhen sich aufgrund des progressiven Steuersatzes außerdem mit steigendem Einkommen – Besserverdiener hätten also mehr von diesem Steuergeschenk, denn die fahren meistens die PremiumKlasse als Dienstwagen.

Und warum will man jetzt die Förderung ?

Der Abgasskandal setzt die große Koalition unter Druck. In manchen Innenstädten ist die Luft immer noch stärker mit Stickoxiden belastet als erlaubt – auch wegen zu dreckiger Autos. Deshalb hat die EU-Kommission Deutschland verklagt. Emissionsarme Fahrzeuge könnten das Problem entschärfen.

Gleichzeitig, will man jetzt die deutsche Automobilindustrie unterstützen, die sich immer noch schwer tut im Bereich Elektromobilität. Auch, weil die Autobauer, auf Grund des Trends von immer schwerer werdenden SUV das Ziel der Verringerung der Flottenemission nicht schaffen werden. Ein Konjunktur für die deutschen Autobauer. Das Fatale dabei ist, das hybride Lösungen als Elektrofahrzeuge gezählt werden. Eben Fahrzeuge die mit 2 Technologien an Bord alles andere als umweltfreundlich gelten können, denn es ist längst bekannt, das die ausgelobten Verbrauchswerte sehr deutlich überschritten werden. 

Wir wissen, aus unseren Beratungen, das sich nicht wenige Unternehmen darüber beschweren und sogar richtig verärgert sind, das die ausgelobten Verbrauchswerte nicht stimmen und nicht stimmen können. 

Also denkt man an echte Elektromobilität. Der Markt ist in Bewegung, immer mehr Fahrzeuge, für unterschiedliche Anforderungen sind da oder kommen jetzt in Kürze.

Die Bundesrepublik hinkt zudem den für 2020 selbstgesteckten Klimazielen hinterher, bis dahin sollen 40 Prozent Kohlendioxid (CO2) im Vergleich zu 1990 eingespart werden. Auch der Ausstoß von CO2 lässt sich mit Stromfahrzeugen senken – besonders, wenn für Herstellung und Fahren Ökostrom verwendet wird. 

Dessen Anteil wächst in Deutschland, gleichzeitig tut man sich schwer diese Energie zu fördern und echte Konsequenzen zu ziehen und Richtungen einzuschlagen. 

Mit dem Gesetz verfolgt Berlin auch industriepolitische Motive. Deutsche Autohersteller sollen bei Elektroautos eine führende Rolle einnehmen. Ohne Verkaufserfolge auf dem Heimatmarkt wird das kaum klappen. Gleichzeitig wird Elektromobilität, aus unserer Sicht klein, manchmal sogar schlecht geredet. Der Verbrennungsmotor steht weiter im Focus, wird beworben und schön geredet. Also das Ganze Gegenteil. Tun und Wollen. Der grosse Widerspruch.

Die Bundesregierung will, dass bis 2020 eine Million solcher Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren. Anfang Januar 2018 waren aber erst knapp 100.000 Elektroautos zugelassen. Dazu gehören aber auch die Hybridfahrzeuge, ohne grossen Nutzen für den Fahrer, aber mit grossem Nutzen für die deutsche Automobilindustrie.

Gibt es hier einen Haken, den man wissen sollte ?

Dienstwagen werden meist längerfristig geplant. Das heisst  das sich Unternehmen, aus Unwissenheit und mangelnder Beratung des Fahrzeughandels, schwer damit tun, das Mitarbeiter eben auch Elektrofahrzeuge bestellen können und als Dienstwagen nutzen. Dazu kommt, das man auf Grund von so vielen Mythen verunsichert ist. Zurecht ?

Aus Sicht der Chefs und der Fahrer muss das Auto genauso gut geeignet sein wie ein Wagen mit Verbrennungsmotor – finanzielle Vorteile hin oder her. Eine geringe Reichweite des Autos, lange Lieferzeiten und zu wenig Ladesäulen würden in vielen Fällen gegen einen Elektro-Dienstwagen sprechen. Das sind die Gründe, die sich aber, je nach Fahrzeugmodell und Fahrprofil, widerlegen lassen. Wir kennen diese Mythen und beraten dazu ganzheitlich, ehrlich und zukunftsorientiert – aus unserer eigenen jahrelangen Erfahrung.

So meint man, das wegen mangelnder Ladeinfrastruktur Elektroautos keine Option sein. Warum ? Wenn man sich wirklich damit beschäftigt, gut beraten wird, von Elektroautofahrern, die sich damit auskennen, ist das gar nicht mehr so schlimm. Es ist dann nur noch die Ausnahme, das Elektromobilität, auch auf dem Land nicht funktioniert.

Ein Boom dieser Fahrzeuge könnte dem klimapolitischen Ziel der Steuervergünstigung jedoch zuwiderlaufen. Die Halter haben kaum einen Anreiz, umweltfreundlich mit Strom zu fahren – auch das Benzin zahlt ja der Arbeitgeber. Nur zur Wahrheit gehört eben auch, das Arbeitnehmer, auch für den Dienstwagen den Strom, zum Bsp. beim Arbeitgeber laden könnten, oder per Netzwerk zu Hause und für unterwegs mit einer entsprechenden Ladekarte – ähnlich wie man das heute von Tankkarten kennt.

Völlig falsch und fatal die Annahme, das  es reicht, das man bei einem Hybridfahrzeug, nur wegen Fahrverboten „Safe“ sein will. Auf der Kostenseite ist das aber eine Milchmädchenrechnung – aus unserer Sicht !

Wer profitiert denn nun vom Elektroauto als Dienstwagen ?

Zwang hilft nicht. Elektroautos müssen passen. Zum Unternehmen, zum Fahrprofil, den Gegebenheiten vor Ort. Alles muss auf den Tisch und man muss fachlichen Rat beziehen. 

Die, die heute schon mit dem elektrischen Auto als Dienstwagen unterwegs sind, sind in der Regel begeistert und kommen gut zurecht.

Überzeugen SIE Ihren Arbeitgeber fachlichen Rat einzuholen und ein guter Anfang wäre, sich mit den Mythen mal zu beschäftigen. Unser kostenloses ePaper klärt auf.

Für die Automobilindustrie erscheint das als Steuergeschenk. Pünktlich zum Start einiger Modelle. Nur sollte dann auch der Handel vorbereitet sein. In unserem grossen emobicon Test kamen wir zu einem sehr schlechten Ergebnis, wenn es um die Beratung für ein Elektroauto ging.

Die Klimaziele zu erreichen wäre ein schönes Ziel. Wenn nicht Hybridfahrzeuge, die als Elektrofahrzeuge eingestuft werden, in den Verbrauchswerten so schlecht wären.

Reine Elektroautos haben 0 Gramm CO2 im Alltag.

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