Ladeinfrastruktur: Warum beim Laden eine Kreditkarte ein Nachteil ist

von | 31.10.2020 | Ladeinfrastruktur | 0 Kommentare

Ladeinfrastruktur: Was ist besser: Ladekarte oder Bankkarte?
Bild: emobicon®

Das Laden von Elektrofahrzeugen soll unkompliziert sein. In der Regel benötigt man hierzu eine Ladekarte oder eine App eines Anbieters, der damit Zugang zum Ladesäulennetz schafft. Entweder mit eigenen Ladesäulen oder über Roaming, sodass man als Nutzer auch Fremdsäulen nutzen kann. Immer wieder wird pauschal gefordert, dass es doch möglich sein müsste beim Ladevorgang auch die Zahlung mit einer Kreditkarte zu ermöglichen. Stimmt. Das kann so sein, aber hat durchaus seine Tücken. Es fehlt an Transparenz beim Preis, den der Nutzer vorher wissen möchte. Fest steht ferner, dass die Kosten meistens deutlich teurer sind, als bei der Nutzung mit dem Ladezugang eines Versorgers. Der Grund ist einfach. Das Handling ist aufwendiger und die Kosten damit deutlich höher.

Kreditkarte meistens deutlich teurer

Ladekarte, App, Kreditkarte. Was macht Sinn, wenn man einen Zugang zum Ladesäulennetzwerk braucht um einen Ladevorgang zu bezahlen? Herscht wirklich so ein Chaos, wie oft behauptet wird? Fest steht: Der Markt ist in Bewegung und als Vielfahrer mit Elektrofahrzeugen sind wir auch täglich mit dem Thema konfrontiert. Unsere gemeinsame Lösung bei emobicon ist klar: Wir haben 2 Ladenetzwerke die wir nutzen. Damit kommen wir gut zurecht, haben keine Probleme und im Notfall würden wir eine Adhoc Lösung wählen. Bislang war das aber nicht nötig. Getestst haben wir viel, auch die ersten Lösungen, um mit einer kontaktlosen Kreditkarte Zugang und Freischaltung an einer Ladesäule zu erhalten. Simpel in der Anwendung, aber sehr teuer in der Nutzung. Für uns steht fest: Es macht wenig Sinn und die künftige Nutzung schliessen wir aus.

Eine Preisauskunft, welches den exakten Preis angibt ist zwar nach der Eichrechtsreform und in der Ladesäulenverordnung beschrieben, aber an ein und der selben Station wird es  immer unterschiedliche Preise geben. Exakte Informationen gibt es in den Apps des Anbieters den man nutzt. Bei Zahlung mit Kreditkarte erhalte ich diese Informationen meistens nicht!

Wer definiert einheitliche Standards?

Und auch die ersten Anbieter mischen nun mit. So will Mastercard ein verbraucherfreundliches Bezahlsystem an Ladestationen schaffen und so nachhaltige, sichere und nutzerfreundliche E-Mobilität stärken. So weit das Marketing des Unternehmens. Einheitliche Standards, definiert aber wer? Die Sache ist klar: Es soll sicher und einfach sein. Aber zu welchen Kosten und genau hier hat das System ein Problem. Denn zu viele „dazwischen“ wollen zu viel Geld und wenn wir vom „Zwischendurch laden“ sprechen, sind die Kosten für die vergleichbar kleinen Summen erheblich. Viel wichtiger, so das Ergebnis in Gesprächen ist: Transprenz. Die fehlt in Teilen völlig. Ja, das Laden muss einfacher werden. Eine Lösung mit Kreditkarte wird das nur eingeschränkt abbilden können und nur zu noch höheren Kosten führen. Es droht noch mehr Chaos. Gespräche mit zahlreichen Anbietern Zeichen ein klares Bild: Das Laden bei Nutzung mit Kreditkarte wird teurer. Ist das die Lösung? OK, Bequemlichkeit hat schon immer mehr gekostet, aber zielführend kann das nicht sein. 

Kreditkarte oder Ladekarte?

Stellen Sie sich vor: Sie stehen an einer Ladesäule. Um Ihr Elektrofahrzeug aufladen zu können müssen Sie die Station freischalten. Sie nutzen die Ladekarte oder App Ihres Anbieters. Hier erfahren Sie vorab, was das Laden kostet. Wahlweise  könnten Sie auch Ihre Kreditkarte nutzen. Eine Transparenz haben sie hierbei nicht. Bei der Abrechnung der Schock: Das Laden mit der Kreditkarte ist deutlich teurer. Was machen Sie in Zukunft? Das öffentliche Laden mus seit Aptil 2019 eichrechtskonform dargestellt werden. Aber welchen Preis nutze ich? Die Angabe des Betreibers kann einen deutlich anderen Preis pro Kilowattstunde ausweisen, als bei Zahlung mit der Kreditkarte. Das kann nicht das Ziel sein.

Verbundlösungen sind meistens die bessere Lösung

Aber was kann ich als Nutzer tun? Erstmal ruhig Blut: So schlimm, wie oft behauptet, ist es nicht. Mit wenigen Zugängen, dessen Preise sie kennen, wenn Sie Zugang zum Ladenetzwerk brauchen sind sie auf der sicheren Seite. Standards sind: EnBW, Maingau Energie, innogy und ein Anbieter aus dem LADENETZ Verbund, die meistens ausreichen werden. Hier kennen Sie die Preise vorab, können die in der App nachlesen und wissen welche Kosten auf Sie zukommen.  Einsparpotential gibt es hier auch noch: Die Verbindung mit Haushaltsstrom und als Guddi noch günstigere Ladepreise an öffentlichen Stationen. Der Zugang per App oder Ladekarte. Da die meisten Ladevoränge im urbanen Bereich, oder zu Hause an der eigenen Station stattfinden, braucht man das öffentliche Netz im Alltag eher selten.

Transparenz muss her

Da der Markt sich hier deutlich wandelt ist die regelmässige Überürüfung wichtig und sinnvoll. Es ist nichts anderes beim Strom und Gasanbiter, den Telefonanbieter etc. Legen Sie sich nicht fest, sondern seien sie flexibel. Durchaus Sinn macht es Anbieter abzustrafen, in dem man dort nicht läd, zum Beispiel IONITY, die zuletzt 0,79 € pro Kilowattstunde Strom haben wollten.  Ja, ein einheitliches Bezahlsystem, eine Vereinfachung macht Sinn. Aber eine Verpflichtung für die Nutzung von Kreditkartenzahlung? Das ist unnötig. Die Umsetzung der vorhandenen Spielregeln ist zielführender. So muss das Ad hoc Laden viel transparenter dargestellt werden. Mit fairen Preisen würde das, aus unserer Sicht, gut funktionieren.

Sollte ein neues System integriert werden müssen, beginnt das Chaos erneut und wird länger dauern, denn die wenigsten Ladesäulen lassen sich umrüsten, wenn nur mit deutlichen Kosten. Eine unnütze Situation, denn es bremst den Ausbau der Ladeinfrastruktur deutlich aus. Das zeigen auch die Daten von Providern: Elektroauto Fahrer zahlen überwiegend kontaktlos per RFID oder NFC (Near Field Communication). Maximal 5 Prozent nutzen die Kreditkarte. Fest steht ohnehin, dass das Zahlen per Smartphone deutlich beliebter ist und gut furnktioniert.

Ladekarte vom Autohändler

Der Kauf eines Elektrofahrzeuges ist heute auch an meheren Dienstleistungen gebunden. So bekommt man, teils inklusive, eine Ladekarte beim Autokauf mit dazu. Diese ist immer mit einem Anbieter verbunden. Das macht Sinn und schafft Sicherheit für den Nutzer. Ein zweiter Zugang macht Sinn. Hier sollten Sie sich neutral im Internet umschauen.

Ladekarte vom Energieversorger

Günstiger Laden wenn man Stromkunde ist? Ja, das geht. Schauen sie sich genau die Bedingungen und Kosten an. Denn entscheident ist, wie hoch der Anteil der Nutzung öffentlicher Stationen ist. Vorteil ist: Sie haben klare Preise und ein Anbieter mit einer Rechnung.

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Blick in die Zukunft

Wir gehen davon aus, dass es noch eine Weile dauern wird bis man halbwegs zufrieden sein kann. Zum einen liegt es an uns selber – zum anderen aber auch am Markt, der nicht nur ein deutscher, sondern internationaler ist. Sicher sein kann man ferner, dass sich Energieversorger die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. Zum einen haben sie zunehmend selbst Interesse das geschäft zu machen, zum anderen ist es aber auch eine Sache der Kostentransparenz. Hier gönnt der eine dem anderen den Kunden nicht. Ob Kreditkartenzahlung ein Thema der Zukunft sein wird, wird man sehen. Wir glauben an eine maximale Randerscheinung. Und da Bequemlichkeit kostet wird es, ähnlich wie bei Roaminganbietern, eine Preisfrage sein. Das Laden per Karte oder App ist sowieso nur eine vorübergehende Erscheinung. Sobald es Lösungen und Einigungen gibt, das die Fahrzeuge selber mit den Ladesäulen sprechen wird das geschichte sein. Dann wird der Ladevorgang von selbst gestartet oder sogar in die Fahrzeug App integriert sein. Es wird spannend…

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Über mich: eMobil Experte | Coach | Projekt Planer bei emobicon®

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Autor: Harald M.

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