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Weder Benzin noch Diesel – die Debatte Klimaschutz und Mobilität

Den Kampf gegen den Verbrennungsmotor hat die Automobilindustrie selbst entfacht und Umweltbewegungen kämpfen gegen den Verbrennungsmotor. Erst der Diesel – jetzt der Benziner.

Elektromobilität kommt – ob die Zweifler, Nörgler und Pessimisten wollen oder nicht.
Wegen der schlechten Luft, wegen des Klimas – für die Menschen.

 

von Heide | emobicon

Welche Transportart elektrisch wird, zeigt das Ausland. Aber nicht zu unterschätzen ist, das was in der Zukunft, in der Frage der Mobilität um Deutschland herum passiert. Wegen der schlechten Luft, wegen des Klimas – für die Menschen. Und es passiert, mit oder ohne uns, auch wegen der schlechten Luft in Ballungsräumen, hat man kaum mehr eine andere Wahl.

Der Klimaschutzgedanke rückt bei subtropischen Temperaturen erst jetzt in den Focus.

Alles für die Industrie – wenig für die Menschen

Ja, der Dieselskandal ist wichtig, köchelt seit Jahren und auch wenn Volkswagen nicht nur einmal das Thema Dieselgate für beendet erklärt hat, geht es nicht zu Ende. Im Gegenteil. Es ist gut, dass Manager verhaftet und deutsche Städte verurteilt werden, weil sie Gesetze brechen und die Gesundheit ihrer eigenen Bürgerinnen nicht schützen. Leider bedeutet dies allerdings nicht, dass wir in Sachen Klimaschutz und Verkehrswende im Moment weiterkommen. Die Rahmenbedingungen sind eher schlecht und es wird schön geredet und das Thema ausgesessen – im Interesse der Autoindustrie. Ja, das sind die Fakten. Denn würde man Änderungen, die nötig und sinnvoll und geboten sind anschieben wollen, dann hätte man es längst getan. Im Gegenteil.

Klimaschutzziele existieren nur auf dem Papier

Alle Daten und Veröffentlichungen zeigen deutlich, das die europäischen Klimaschutzziele nur auf dem Papier existieren, nie erreicht werden können und immer wieder neue Gründe gefunden werden, das man sich nicht daran hält, oder sich raus geredet wird, das man wieder und wieder eigene Ziele verschiebt. Wenn nicht jetzt, wann dann ?

Deshalb ist es auch so absurd, wenn die Autoindustrie jetzt behauptet, der wirklich saubere Diesel (Ehrenwort!) habe seine Zukunft noch vor sich. Selbst wenn Stickoxid- und Feinstaub-Probleme gelöst wären, bleiben der fehlende Wirkungsgrad und die fossilen Brennstoffe wesentliche Ausschlusskriterien des Verbrennungsmotors. Daimler-Chef Dieter Zetsche sollte vor allem auch wegen der klimapolitisch katastrophalen Modellpolitik seinen Hut nehmen.

Auch, nachdem Volkswagen mit dem Abgasskandal in Amerika aufflog wird ja, ganz offensichtlich, bis heute weiter betrogen. VW Töchter AUDI und Porsche, Mercedes behauptete stets das alles „sauber“ sei und trotzdem ist man offenbar nun aufgeflogen. BMW verweist auf einen „Fehler, das die falsche Software verwendet wurde“ und von den ausländischen Herstellern, deren Fahrzeuge offensichtlich massiv die Grenzwerte überschreiten, mal ganz abgesehen.

Werbeversprechen und Realität

Ein Beispiel von vielen. Ärgerlich, aber normal geworden ist, das man Realität und Versprechen kennt. Es passt NIE. Auto-Bild hat dieser Tage die neue C-Klasse von Mercedes getestet. Mercedes gibt demnach den C-200-Benziner mit 6,0 bis 6,2 Litern auf 100 Kilometer an. Allerdings zeige nach 100 Kilometern Landstraße, Autobahn und Stadt der Bordcomputer ernüchternde 10,7 Liter an. Weiter gefahren sind es immer noch fast 9 Liter. Völlig gegen alles was man GLAUBWÜRDIG nennt und völlig an der Realität vorbei.

Bildergebnis für mercedes C Klasse
Mercedes C Klasse. Laut Test von „AUTOBILD“ ist der Verbrauch zu hoch | Bild: Mercedes

Verbrauchertäuschung ist es allemal finden wir. Wenn, wie wir ja seit „Dieselgate“ wissen, das die Werte Laborwerte sind und jede MengeVersprechen kamen, das die Werte endlich realistischer werden, dann wissen wir, das es wieder ein Mogelpackung zu sein scheint.

Von der Automobilindustrie betrogen – in vielerlei Hinsicht

Das solche Werte überhaupt ermöglichen, das eine Zulassung gegeben wird ist deshalb auch unfassbar, weil wir ja wissen, das man sich bei erteilter Typengenehmigung rechtlich Safe befindet. Das heisst, das Behörden offensichtlich und nach eigenen Angaben keine Änderung der bestehenden Zulassung des Typs oder Nachrüstungen, wie Sie ja immer noch diskutiert werden, von der Automobilindustrie verlangen kann.

42 Prozent weniger CO2 im Verkehr bis 2030, so steht es im eigenen Klimaschutzplan der Bundesregierung und das ist laut Wissenschaftlern noch recht bescheiden mit Blick auf die Herausforderungen des Pariser Klimaabkommens. Leider wird die heute zugelassene C-Klasse locker bis 2040 mit fossilen Treibstoffen rumfahren, wie all die Verbrenner – 99 Prozent aller Fahrzeuge –, die dieses Jahr in Deutschland verkauft werden. Mindestens.

Also bleibt ja nur die Möglichkeit, alle rechtlichen Möglichkeiten aus zunutze. Schliesslich haben es die Autobauer offensichtlich ja auch getan.
Übrigens: Eine Deutsche Umwelthilfe und andere Verbände bekommen nur RECHT weil sie Recht haben und keiner, nein niemand kann sich jetzt damit rausreden, er habe es nicht gewusst.  Die Konsequenzen werden kommen, aber bitte dann nicht wieder jammern, ok ?

Eingriff in das Eigentum

Flottenverbrauch. Das „Zauberwort“. Denn das was die Automobilindustrie tut, tut sie für sich. Je mehr Fahrzeuge elektrisch sind, je niedriger der Flottenverbrauch, auch CO2 und Co, wie wir wissen. Denn das Dilemma ist ja gerade erst im Gange. Dicke SUV. Die schlucken und haben weder Sinn noch was mit Klimaschutz zu tun. wenn dann aber die Fahrverbote kommen, ausgeweitet werden, dann wird wieder gemotzt. Gibt es keine Selbstverantwortung mehr ? Hallo Autofahrer, aufgewacht! Anders ausgedrückt: Wer also heute keine Elektroquoten und niedrige CO2-Normen für Pkws einführt, gefährdet massiv die Investitionen von Verbrauchern.

Lobbyarbeit für die Industrie

Wie es im Moment aussieht, wird es dank massiver Lobbyarbeit der deutschen Regierung in der Europäischen Union weder einen Zielkorridor für das Zulassungsende von Verbrennungsmotoren geben noch jährliche Quoten für die Zulassung von Elektroautos (wie in China) noch eine Gesetzgebung für CO2-Standards ab 2030, die auf die Pariser Klimaziele der EU zugeschnitten sind. Wieder nur der Schutz der Automobilindustrie. GESAGT wird allerdings was anders.

Genau darauf wiesen viele Experten bei einer Anhörung des Europäischen Parlaments im letzten Jahr hin. Der Kommissionsvorschlag würde bei der EU-Flotte zu einer Reduktion der CO2-Emissionen von 30 Prozent zwischen 2020 und 2030 führen, wobei das Paris-Ziel eher eine Minderung um 60 Prozent erfordert.

Verschiedene Verbände haben für Deutschland errechnet, dass der Kommissionsvorschlag lediglich bescheidene Reduktionen bringen wird, die dann durch andere Maßnahmen im Verkehrsbereich kompensiert werden müssten, um das Verkehrs-Ziel im nationalen Klimaschutzplan zu erreichen.

Der europäische Umweltausschuss und das „Malus System“

Jetzt hat zumindest der Umweltausschuss des Europaparlaments in seinem Bericht in erster Lesung eine Reduktion um 50 Prozent bis 2030 gefordert. Für Unternehmen, die zu wenig Elektro­autos verkaufen, schlagen die Abgeordneten zudem ein Malus-System vor. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass diese Bausteine die weiteren Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten überleben. Im Moment ist es wohl illusorisch, dass sich die Bundesregierung den etwas anspruchsvolleren Zielen des Umweltausschusses anschließt. Denn es ist nicht im Interesse , nach erfolgter Lobbyarbeit der Automobilindustrie.

Fazit:

Um was geht es denn nun ? Theorie und Praxis. Wunsch und Wirklichkeit. Mobilität und Klimaschutz.

Sich mal mit der Mobilität der Zukunft zu beschäftigen, kann und darf nicht nur Aufgabe der Industrie sein. Das ganze System Verkehr und Mobilität muss durchdacht, zukunftsorientiert, aber endlich angegangen werden. Nur so kommen wir weiter. Im Zeichen, des Klimawandels ist es geboten, das jeder einzelne seine Mobilität überprüft. Dicke, schluckfreudige SUV bringen uns nicht weiter und ebenso nicht, das der Staat sich immer und immer wieder von der Automobilindustrie Vera… lässt. Ja so ist es.

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