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Grüne Revolution: „Die bekannten Autohersteller werden alle verschwinden !“

Jochen Wermuth, von Wermuth Asset Management, hat in einem ntv Interview mal mit recht wenigen Worten zusammengefasst, was in den letzten Jahrzehnten und Jahren passiert ist und das ist eine Menge. Wir sehen, fühlen, erleben alle, wieviel Veränderungen sich abzeichnen.

von Micha | emobicon

Seine Einschätzung dazu ist radikal, aber könnte sich diese nicht genau so abzeichnen ? Einiges jedenfalls spricht dafür.

Automobilbau, erneuerbare Energie, Veränderungen im Finanzwesen, unser Verhalten beim Einkaufen. Um nur einige wenige Beispiele zu nennen: Der grüne Gedanke bei Klimawandel bringt Veränderungen mit sich, mit denen man sich indirekt beschäftigt oder bereits mitträgt. Alles verändert sich – bewusst und unbewusst. Aber wie wird sich das auf uns Menschen, unsere Gesellschaft und unsere Arbeitswelt auswirken ? | mit Video |

Jochen Wermuth | Bild: WAM

Fragen von ntv an Jochen Wermuth

ntv: Die Grüne Revolution. Also ich kenne die industrielle Revolution und noch ein paar andere politische Revolutionen. Was hat es mit der Grünen Revolution auf sich ?

Jochen Wermuth: Wir hatten die erste industrielle Revolution bei der Grossbritanien zur Weltmacht wurde, dank der Dampfeisenbahn. Dann änderte sich alles. Die Preussen fielen zurück, bis sie Ihre eigene Industrierevolution hier durchzogen. Im ersten Dow Jones Index vor der zweiten Industrierevolution  gab es fast nur Dampfeisenbahnen und Western Union . 

Um 1900 nur noch Pferde auf den Straßen, Kutschen und nur 13 Jahre später sind die Pferdekutschen weg und Autos auf der Straße und im Dow Jones Index alle Dampfmaschinen weg und Western Union übrig. Das heisst: Ein grosser Umbruch  steht uns bevor  und da wir jetzt in der Dritten oder Grünen Revolution sind, da werden all die bekannten Autohersteller verschwinden , so wie die Kutschenhersteller alle verschwunden sind. 

Keiner der Peitschmacher, also jetzt die Zündkerzenbauer , keiner der Automacher wird wahrscheinlich Elektroauto-Macher werden. Und dadurch gibt es in Deutschland große Verluste, werden Millionen Arbeitsplätze verlieren. Ganz viele Firmen werden sich aus dem Dow Jones oder aus dem DAX verabschieden. Viele neue Firmen werden entstehen. Eine große, wunderbare Zukunft steht uns bevor, wenn man die Neuen erwischt.

"Nur bei vier Dollar pro Barrel kann Öl noch wettbewerbsfähig sein"
Jochen Wermuth
Wermuth Asset Management GmbH

ntv: Was sind denn die Neuen ? Wen sehen sie denn kommen ?

Jochen Wermuth: Ja es ist heute so, das Solarstrom in Dubai zwei Cent die Kilowattstunde kostet, bei uns sechs Cent. Das heisst nur bei vier Dollar pro Barrel kann Öl noch wettbewerbsfähig sein. Das heisst auf uns zu kommt ein grosses Platzen der Carbon Bubble .

Die ganzen Fracking Explorations sind mit Schulden finanziert. Eine grössere Blase platzt gerade, als es damals bei der Housing Bubble 2008 war. Und deswegen gibt es da viele Verluste. Gewinner werden die erneuerbaren Energien sein, Elektromobilität u.a. Neue Fintec Firmen die die alten Banken ersetzen und jede Menge neue Firmen. Achtzig Prozent der Jobs werden verschwinden, achtzig Prozent neuer Jobs werden geschaffen und das es grosse Chancen für schlaue Anleger gibt.

"Auch Deutschland, wenn es umschwenkt auf Erneuerbare, kann ein guter Investionsort sein."
Jochen Wermuth
Wermuth Asset Management GmbH

ntv: Aha. Und was soll der schlaue Anleger dann kaufen ?

Jochen Wermuth: Ja man muss zum Beispiel in solche Länder investieren, die heute noch ganz viel für Öl – Gas und Kohle Importe ausgeben, in Zukunft mit Erneuerbaren selbstständig sind. Vielleicht die Türkei kaufen, vielleicht Indien oder Thailand, Importeure von fossilen Stoffen die in Zukunft viel Geld dabei sparen. 

Auch Deutschland, wenn es umschwenkt auf Erneuerbare, kann ein guter Investionsort sein. Ich würde rausgehen aus Autoherstellern und Autozulieferern, weil Elektromobilität alle überrollt. Die Chinesen sind uns weit voraus. 250 Millionen Chinesen fahren heute hundert Prozent elektrisch mit dem Elektrorad, Elektroscooter oder Auto zur Arbeit. In Deutschland sind es Hundertfünfzigtausend. Abgehängt. Wir müssen dringend aufholen.

 

Zur Person Jochen Wermuth

Jochen Wermuth ist ein deutscher Investor, der in den Leitungsgremien des Family-Office-Netzwerks „100% Impact“ und des Investorenverbandes „European for DivestInvest“ tätig ist.

Das ganze ntv Interview in Bild und Ton finden Sie HIER

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