Elektromobilität: Tschüss Verbrenner – Hallo Zukunft

von | 06.03.2021 | Allgemein, Autobauer, Mythen | 0 Kommentare

Elektromobilität: Tschüss Verbrenner - Hallo Zukunft

Bild: emobicon®

Die Frage ist längst nicht mehr ob oder wann, denn wir sind mittendrin, in den Veränderungen der Mobilität. Die Zukunft, soviel ist klar, ist auch elektrisch. Während der Gesamtmarkt schrumpft, steigen die Zulassungszahlen für Elektrofahrzeuge deutlich. Und nicht nur das ist Beschleuniger für eine veränderte Mobilität. Ein Tempo Limit ist sehr wahrscheinlich, die ersten Modelle zur City Maut sind in Planung und viele Regionen engagieren Arbeitsgruppen mit Experten, um Mobilität zu verändern. Auch viele Hersteller haben das Ende des Verbrenners definiert – nur die deutschen Player zögern. Noch.

Der elektrische Alltag wird zur Normalität

Obwohl wir Deutschen in der Regel treue Seelen sind verändert sich der Anspruch derzeit in eine etwas andere Richtung. Immer größere Gewichtung hat die Elektromobilität mit all Ihren Fragen, die sich ergeben. Die Sucht nach Antworten ist enorm, die Quellen verwirren aber häufiger, als sie nutzen. Und diese Veränderungen haben viel Gemeinsam mit der Vergangenheit, als wir gegen Katalysatoren waren, weil sie die Leistung unserer Autos schlechter machten. Oder das verbleite Benzin besser ist, weil wir Angst vor dem E10-Benzin „Öko-Plörre“ haben. Oder der Airbag der ja einfach so zu explodieren scheint. Klar: Alles ist längst Alltag und nichts hat sich bewahrheitet. Aus den vielen Mythen der Vergangenheit wird Klarheit, die wir auch nach und nach in der Elektromobilität sehen. Irgendwann fängt eben alles an und all das kann und darf sich entwickeln. Genauso werden wir es auch beim Verbrennungsmotor erleben: Irgendwann ist er weg, allenfalls noch ein nützlicher Übergangshelfer. Und schon im Jahr 2030 könnten weltweit erstmals mehr Autos mit Elektroantrieb als mit Verbrennungsmotoren verkauft werden. Selbst Plug-In Modelle werden dann kaum mehr eine Rolle spielen.

Der Akku im Fahrzeug wird so normal wie beim Smartphone

Die Entwicklung ist enorm, das Wachstum rasant und all das kommt sogar unerwartet, weil die Pandemie die Veränderungen sogar deutlich beschleunigt hat. Schaut man sich die Zahlen an, dann wird nach heutigen Maßstäben bei 50 Prozent der Fahrzeuge ein elektrisches Herz schlagen. Und das bereits in weniger als 10 Jahren. Damit würden weltweit insgesamt ein Viertel aller Autos bereits alternativ angetrieben sein. Es gibt viele Gründe dafür: Regierungsinitiativen, die mit Steuernachlässen und Förderungen Elektroautos attraktiver machen, der Druck durch die strengen Grenzwerte zum Schadstoffausstoß sowie die sinkenden Kosten für die Akkus. Der Preis wird weiter deutlich sinken. 

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Elektroautos sind effiziente Energiespeicher

Je nach Modell sind höhere Reichweiten möglich obwohl das häufig gar nicht nötig ist, denn die meisten denken zu groß und zu weit. Ein nicht unterschätzter Treiber entsteht aber auch durch die Klimadiskussion. Damit werden Kunden bereit sein in ein „sauberes“ Auto zu investieren. Das alles ist Teil der Mobilitätswende.

Dieser Megatrend ist nicht mehr aufzuhalten, denn selbst die Frage der Energie ist lösbar – genauso wie bei Verbrennern. Denn der Energieaufwand, um Öl zu bekommen, zu transportieren, mit viel Energieaufwand zu raffinieren bis zur Logistik an die Tankstelle ist enorm und weit höher als Energie direkt im Antrieb verfügbar zu machen. Und keinen interessiert es wieviel und welche Energie genutzt wird, um aus ÖL Kraftstoff zu produzieren. Das Akku wird EINMAL hergestellt, um Energie zu speichern. Öl wird aber verbrannt mit all seinen Begleiterscheinungen und muss ständig verfügbar sein.

Der Trend zu Erneuerbaren Energien, insbesondere Photovoltaik und Windkraft ist weltweit längst unverkennbar. Dazu gibt es seriöse Prognosen, die davon ausgehen, dass Strom aus Photovoltaikanlagen in einigen Jahren noch zwei bis vier Cent je Kilowattstunde kosten wird. Das ist mehr als konkurrenzlos günstig. Und mehr Energie ist für die Mobilität gar nicht nötig, denn selbst bei gleichbleibender Mobilität wird der Energiebedarf sinken. Für Deutschland gibt es bereits ein Szenario, welches mit einem deutlichen Zuwachs erneuerbarer Energie einhergeht. Aktuell haben wir bereits rund 50 Prozent Anteil dieser Energieform. Tendenz steigend.

Und Erneuerbare Energien gehen einher mit Batteriespeichern in Haushalten, Gewerbebetrieben oder bidirektionalem Laden von Fahrzeugen dessen Zukunft heute schon feststeht. Längst laufen der Test und Experimente damit – auch um die Praktikabilität im Alltag zu untersuchen. Beschleuniger wird das Second Life werden, also Alt Akkus aus Fahrzeugen, die zur Zweitnutzung in entsprechenden Stromspeichern umgewandelt werden. Der stationäre Batteriespeicher ist für die Entwicklung vom Elektroauto deshalb bedeutsam, weil dadurch die Preise für die gespeicherte Kilowattstunde weiter sinken wird.

Kaum einer spricht von Wasserstoff

Wasserstoff wird kaum eine Chance haben. Er ist ein sehr guter Energiespeicher in der Industrie, vielleicht in der Logistik, sicher nicht in der mobilen Individualität. Hersteller haben sie nicht und der Energieaufwand von der Produktion bis zum Tank ist enorm und äußerst ineffizient. Während dessen setzen immer mehr Hersteller auf Elektrofahrzeuge. Das Akku ist ausgereift und einfach nutzbar, während Wasserstoff wieder in eine Abhängigkeit führen wird, von der Gefährlichkeit ganz abgesehen. Übrigens: Statistisch brennen Verbrenner 10 x mehr als Elektrofahrzeuge. In der Wahrnehmung kommt das deshalb falsch rüber, weil kaum noch über Brände von Verbrennern berichtet wird – es ist eben „normal“ Der Brand eines Stromers generiert immer noch genügend Aufmerksamkeit.

Hersteller planen ohne Verbrennungsmotor

Und einige Zahlen unterstreichen alle Annahmen noch einmal deutlich. So werden die 29 größten Autohersteller der Welt in den nächsten zehn Jahren mehr als 300 Milliarden Dollar in die alternativen Antriebe investieren. Um die 400 neue Modelle sollen schon bis 2025 auf den Markt kommen und alle mit großem Aufwand CO2-neutral produziert werden. Viele Hersteller passen zudem ihre Prognosen und Pläne an, zum Beispiel VW: 2040 soll dort der letzte Verbrennungsmotor vom Band laufen. Offiziell gibt es bislang kein Ausstiegsszenario von deutschen Herstellern. Andere Hersteller sind schneller dran und auch immer mehr Regierungen sprechen ein Enddatum für die Zulassung von fossilen Verbrennern aus. 

Die Anpassungen werden noch deutlicher

Bis zum Jahr 2050 muss die gesamte Bestandsflotte ohnehin emissionsfrei sein. Nachdem Autos im Durchschnitt etwa 14 Jahre alt werden, muss der letzte Verbrenner um 2036 herum verkauft werden, oder sogar noch früher. Denn manche Autos sind ja ohnehin länger im Einsatz.2050 soll endgültig Schluss sein.

Dies gibt uns einen Vorgeschmack darauf, was bei der nächsten Anpassung der Verordnung über CO2 von Pkw, die entsprechend dem europäischen Green Deal schon für Juni 2021 vorgesehen ist, auf uns zukommen könnte. Es wird bitter und einschränkend sein. Man könnte sich vorstellen, dass das die Automobilhersteller überzeugt, dass an der Elektrifizierung des Antriebsstrangs ohnehin kein Weg vorbeiführt. Nicht nur Europa, sondern auch der asiatische Absatzmarkt und Amerika sind hier deutlich in Ihrer Ansage und den Vorgaben. 

Bei Plug-In Modellen werden die Zügel angezogen

Schon für den Verschärfungsschritt der Flottengrenzwerte auf 95 g/km war jedem Hersteller klar, dass ein nicht unerhebliches Ausmaß an Elektrifizierung benötigt werden wird. Zeit für Plug in Modelle und einer überschaubaren Reichweite, oft falsch genutzt, zu selten geladen und damit irrelevant, wenn es um die Reduzierung des CO2 Ausstoßes geht. Viel Lobbyarbeit war nötig, um mit einer Mogelberechnung etwas zu erreichen, was nicht zu erreichen war und sein wird. Klar ist: Die EU-Kommission hat nun umgesetzt was man verhindern wollte: Daten aus dem realen Betrieb werden längst gesammelt und an die Kommission übermittelt. Die meisten wissen davon nichts. Und es betrifft alle Modelle, überwiegend Plug-In Modelle, also die realen Daten des elektrischen oder teilelektrischen Betriebes, den Verbrauch und das Laden. Die Konsequenz für die Hersteller könnten deutliche und hohe Strafzahlungen sein. Zusätzlich. NEFZ und WLTP waren gestern. Jetzt geht es um die echte Realität!

Haben wir schon den nächsten Skandal?

Der Eindruck bei vielen ist: PKW werden immer effizienter, damit CO2 – ärmer. Zumindest erwartet das die Öffentlichkeit und auch bei den theoretischen Angaben der Hersteller über den Verbrauch wird der Eindruck erweckt, dass das so ist. Die Marketingabteilungen werden auch nicht müde dieses Märchen immer wieder zu verbreiten. Auch deshalb glaubt manch einer: Elektromobilität ist Quatsch. Es könnte mit Sicherheit die Absicht der Beteiligten im Gesetzgebungsverfahren sein. Euro 7 als Vorgabe für den CO2 Ausstoß, welcher kaum realisierbar sein wird und wenn dann mit deutlichen Kosten in der Herstellung.

Es erinnert doch sehr an die Geschichte mit den Stickoxid – Emissionen von Diesel-Pkw. Diese waren damals stufenweise immer stärker eingeschränkt worden. Zähe Verhandlungen mit dem Ergebnis, dass man glauben machen wollte, dass die neuen Standards verschärft worden sind. Doch die Stickoxidemissionen von Dieselfahrzeugen spiegeln diese Reduktion in der Wirklichkeit nicht wider. Höhepunkt war dann noch zusätzlich der kriminelle Akt, den wir alle kennen. Der eigentliche Skandal ist aber geblieben. Denn die Abweichungen zwischen den Labortests und den Realemissionen ist noch völlig legal. Dank Lobbyarbeit. Das war nicht zuletzt auch die Folge eines komplizierten und undurchschaubaren Testverfahrens mit einer Menge an Flexibilität und Schlupflöchern. Völlig unrealistisch – dennoch zum Gefallen der Hersteller.

Förderungen zur Elektromobilität von emobicon

Fazit

Klar ist: Elektromobilität kommt auch den Herstellern auch aus einem anderen Grund sehr entgegen. Man kann aktuell mehr emittieren, denn ein lascher Ausgleich durch Elektrofahrzeuge. Der europäische Green Deal hat die notwendige Anpassung der Verordnung auf Mitte 2021 vorverlegt. Das kommt gerade so rechtzeitig. Die Einführung einer zusätzlichen Ebene an Standards nur für Verbrenner bzw. nur für Nullemissionsfahrzeuge könnte die Chance bieten, jede Fahrzeugkategorie in sich selbst effizienter zu machen. Das könnte schlussendlich helfen eine Welle an hochemittierenden Fahrzeugen abzuwenden. Das Absurde wäre doch: Verbrenner (und Plug in Modelle) können weiter unnötige Emissionen produzieren, während Nullemissionsfahrzeuge erstmals auch Effizienzanforderungen unterworfen wären.

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Autor: Harald M.

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