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Elektromobilität: Bund beim geförderten Aufbau von Stromtankstellen weit hinter Plan

Zwei Jahre nach Förderbeginn sind erst 1033, also 2,6 Prozent der vom Bund bezuschussten Ladepunkte in Betrieb. Das Ziel der Koalition rückt in weite Ferne.

von Thorsten Bär | emobicon - Foto: emobicon

Das es läuft, kann man aktuell nicht sagen – zumindest nicht, wenn es um den Aufbau und Ausbau der Ladeinfrastruktur geht. Der Plan der Koalition: „bis 2020 mindestens 100.000 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge zusätzlich verfügbar zu machen“. Schon vor zwei Jahren hatte das Bundesverkehrsministerium eine „Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur“ aufgelegt, um den Aufbau von Stromtankstellen für Elektroautos zu bezuschussen. 

Komplizierte Anträge mit viel Bürokratie

Die bereitgestellten Mittel werden kaum abgerufen. Warum das so ist, können wir von emobicon nachvollziehen. Ein Förderantrag, der ohne Hilfe kaum realisierbar ist, Abfragen über einen Wahlkreis findet man dort ebenso, wie auch die Notwendigkeit, das man selbst bei einem Online Antrag alles ausdrucken muss und zur Förderstelle schicken muss. Bei unserem letzten Antrag waren es mit Antrag und Kostenvoranschlägen 39 Seiten. Was soll das ? 

Es ist unverständlich und nicht nachvollziehbar und der Bürokratismus wird auch hier besonders eindrucksvoll bestätigt. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsminister von Andreas Scheuer, Enak Ferlemann (CDU), musste auf Anfrage des grünen Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn jetzt aber einräumen, dass die bereitgestellten Mittel noch kaum abfließen. Es bestätigt sich nur unser Eindruck aus der Praxis.

Immerhin: Es tut sich was

15.953 neue Ladepunkte sind im Rahmen der Fördermassnahme bislang bewilligt worden. In Betrieb sind davon laut der Tabelle aber erst 1033, also nur 2,6 Prozent. Schwerpunkte der freigegebenen staatlichen Finanzmittel liegt bei Normalladepunkten in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen. Bereits fertiggestellt sind die entsprechenden Stromzapfmöglichkeiten vor allem in Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Bei Schnelladepunkte wurden im Rahmen des Programms erst 33 in Baden-Württemberg, 29 in Thüringen, 17 in Nordrhein-Westfalen und 15 in Bayern errichtet. Dazu kommen noch 12 in Niedersachsen sowie jeweils unter einem Dutzend in Sachsen, Schleswig-Holstein, Hessen, Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Bremen und Hamburg.

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Das bestehende Programm reicht nicht aus

Die Ziele sind damit kaum mehr zu erreichen. Scheuers Förderinitiative sei nicht nur ziemlich knapp bemessen, sondern werde durch viel Bürokratie verschleppt. Der Verkehrsminister müsse einen Zahn zulegen und dafür sorgen, dass die Anträge schneller bewilligt und umgesetzt werden, so Kritiker. Zudem müsse das Programm deutlich aufgestockt werden. Kühn von den GRÜNEN ist sich sicher: „Nur wenn wir die Bremse beim Ausbau der Ladesäulen lösen, kommt die Elektromobilität in Fahrt.“

Klar war bereits seit einem Jahr, dass man die Absicht verfehlte, bis Ende 2017 alle rund 400 Standorte der „Autobahn Tank & Rast GmbH“ mit Schnellladesäulen und Parkplätzen für Elektrofahrzeuge auszustatten. Bis zu diesem Zeitpunkt verfügten mit rund 300 Standorten erst etwa 75 Prozent der Raststätten über eine Ladestation, 12 Prozent davon über mehr als einen Schnellladepunkt. Immerhin passiert etwas, was man so bislang nicht gedacht hatte.

Die Energiewirtschaft prescht vor

Während dessen mahnt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dass das Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Elektroautos deutlich zu steigern, nicht ohne den weiteren Aufbau einer öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur erreichbar sein wird. Immerhin gibt es laut BDEW mit Stand vom Januar 2019 mittlerweile über 16.100 Ladepunkte in Deutschland. Für den Zuwachs im 2. Halbjahr von immerhin rund 20 Prozent habe vor allem die Energiewirtschaft im Alleingang gesorgt.

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