Elektroauto: Die BAFA Förderung bekommt neue Bedingungen

von | 27.03.2021 | Allgemein, Förderung Elektromobilität | 6 Kommentare

Elektroauto: Die BAFA Förderung bekommt neue Bedingungen

Die Kaufprämie für Elektrofahrzeuge beträgt bis zu 9.000 € – der Anteil des Staates wurde im vergangenen Jahr verdoppelt und so kann man bis zu 6.000 € staatliche Förderung erhalten. Das führte zuletzt schon zu einer Art „Subventionsbetrug“ denn mit der Verdoppelung wurde versucht beim Fahrzeugleasing Kasse zu machen. Fahrzeuge wurden für 0 € verleast und nach 6 Monaten hatte man oft sogar ein Plus, wenn man diese Modelle als Gebrauchtfahrzeuge weiter veräußerte. Recht schnell wurden die Förderbedingungen geändert, der Leasingzeitraum heraufgesetzt.  Ein ähnliches Phänomen gibt es nun auch beim Verkauf gebrauchter Modelle ins benachbarte Dänemark. Dort werden für junge Gebrauchte hohe Preise gezahlt. Das führt nun zu erneuten Veränderungen der Förderbedingungen in Deutschland

Förderbedingungen werden angepasst

Dieser Sachverhalt verärgert nicht nur die deutsche Politik, sondern führt nun auch zu Veränderungen der Förderbedingungen beim Kauf von Elektrofahrzeugen. Nach Informationen von emobicon ist nun geplant, in Kürze die Förderbedingungen anzupassen. So soll die Haltefrist für die Beanspruchung der Förderprämie deutlich heraufgesetzt werden. Anspruch auf Förderung hat man demnach nur noch, wenn man das Fahrzeug nach Kauf mindestens 23 Monate hält. Diese Regelung galt zuletzt nur bei Leasing eines Stromers. Hier hatte man schnell reagiert, denn Modelle für 0 € wurden vermarktet und waren zunächst besonders gefragt. Ein Geschäftsmodell dessen Stecker schnell gezogen wurde. Ob diese neuen Bedingungen für den Kauf rückwirkend gelten, ähnlich wie der Prämie beim Leasing, ist noch nicht bekannt. „Wir schließen das nicht aus“ heisst es aus Kreisen des zuständigen Ministeriums.

Anpassungen auch für Gebrauchtwagen

Ohnehin ist spannend, wie sich die Kaufprämie weiter auf den Markt auswirkt. So geht man heute davon aus, dass mit Ende der Subvention der Markt zunächst einbricht. Allerdings wird die Modellvielfalt bei Elektrofahrzeugen grösser und damit auch preislich attraktiv. Dieses Modell der Veränderungen bei der Förderung von Stromern hat noch eine weitere Begleiterscheinung. Experten gehen davon aus, dass der Gebrauchtwagenmarkt für Elektrofahrzeuge davon profitieren könnte. Dieser hat zuletzt auch wegen der Kaufprämie gelitten, denn die Preise für Neuwagen liegen oft unter den denen der gebrauchten (Vorgänger) Modelle. Eine Beanspruchung einer Kaufprämie für junge gebrauchte Modelle gibt es u.a. nur dann, wenn noch keine Prämie geflossen ist. Zudem muss der Händler mindestens 20 Prozent Grundrabatt gewähren – nicht lukrativ für den Händler, wenn er zum Beispiel seine Vorführfahrzeuge wieder ersetzt.

Förderung von Elektrofahrzeugen ist nötig

Bekannt ist aber auch, dass solche Phänomene, so wie man sie mit dem Fahrzeugmarkt in Dänemark erlebt in der Regel nur von kurzer Dauer sind. Dennoch scheint der Handlungsdruck derzeit groß zu sein, denn Kritiker werfen der Politik ohnehin vor, bei der Förderung der Elektromobilität „das Geld unnötig aus dem Fenster zu schmeißen“. Es liegt auch daran, dass die Zulassungszahlen zuletzt deutlich gestiegen sind. Während der gesamte Absatz von Fahrzeugen in Deutschlang rückläufig ist, konnte das zuständige KBA bei Elektrofahrzeugen einen Zuwachs von über 200 Prozent verzeichnen. Um das Klimaziel der EU zu erreichen sind Förderungen der Elektromobilität sinnvoll und nötig heisst es übereinstimmend von Experten. 

Elektromobilität von emobicon

Änderungen der Bedingungen auch für Plug in Modelle?

Auch eine Anpassung bei Plug in Hybriden ist offensichtlich geplant. Derzeit ist aber noch unklar wie die Bedingungen aussehen. Hintergrund dürfte eine Vorgabe der EU sein. Dort plant man bekanntlich die Änderungen der CO2 Vorgaben bei der EURO 7 Abgasnorm und die Überprüfung der theoretischen Verbrauchswerte der Mixmodelle. Diese gelten als hoch umstritten. Zuletzt war bekannt geworden, dass die EU Fahrdaten sammelt, um den realen Verbrauch von Modellen zu überprüfen. Das könnte Auswirkungen für die Hersteller haben, denn sollten die theoretischen Werte nicht in der Realität möglich sein, drohen weitere hohe Strafzahlungen.
Ohnehin ist geplant, die Förderung der Hybride zu prüfen, möglicherweise ab 2022 zu verändern oder sogar zu kippen. CO2 Preise für Verbrenner sind ohnehin geplant.

6 Kommentare

  1. Schmitz

    Woher kommen die Informationen? Hier wird Staub aufgewirbelt ohne Quellenangaben. Zumal vor den Wahlen sicherlich nichts passiert.

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    • Harald M.

      Hallo Herr Schmitz. Die Informationen kommen, so wie ich es Ihnen bei Facebook mitgeteilt habe, aus persönlichen Kontakten. Und es sind keine Gerüchte wie sie behauptet haben sondern genau solche Tatsachen wie unsere Informationen als im Sommer vergangenen Jahres die Förderung beim Leasing eines Fahrzeuges an die Laufzeit gekoppelt worden ist. Bis zur Bundestagswahl im Herbst werden noch einige Dinge, auch bei den Förderungen, geändert werden. Sicherlich ist was dran, dass grundlegende Fragen nur noch eingeschränkt geändert werden. Dennoch passiert im Bereich Mobilitätswände, CO2, Klimawandel auch auf politischem Wege eine ganze Menge…

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  2. Artur

    Wie soll sowas rückwirkend gelten? Es gibt Bedingungen, die im Vorhinein gelten und an die sich beide Seiten zu halten haben. Wenn man es zukünftig ändert ist das okay, aber rückwirkend wäre Star rechtswidrig.

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    • Stefan Blome

      Hallo Arthur,

      der Fördermittelgeber behält sich das Recht vor Förderbedingungen anzupassen. Das ist übrigens legitim und höchstrichterlich bestätigt denn es besteht KEIN Anspruchsrecht auf Förderung, weil diese eine Subvention ist. Rückwirkend wäre, ähnlich wie die bislang erfolgten Förderungen, das beantragte und noch nicht zugewendete Förderungen den neuen Bedingungen angepasst werden. Ist der Antrag noch nicht gestellt gelten die Förderbedingungen ab Stichtag. Ist der Zuwendungsbescheid bereits da gilt auch dieser mit den dort ausgelobten Förderbedingungen.
      Diese Bedingungen ändern sich bei jeder Förderung. Aktuell gibt es gut 400 Förderaufrufe zur eMobilität. Rund 250 Änderungen der Förderbedingungen gibt es dabei pro Jahr im Durchschnitt.
      Gruss Stefan Blome | emobicon

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  3. George Hanna

    Hallo, wurden Informationen genannt, wann „in Kürze“ sein könnte für die Anhebung der Haltefrist von 6 auf 23 Monate?
    Besten Dank und Grüße, George

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    • Harald M.

      Hallo. Das können wir nicht sagen. Es ist in Arbeit und ähnlich wie bei den Änderungen beim Leasing wird das sicher recht schnell gehen. Wir wissen: Man arbeitet mit Hochdruck daran…
      Fest steht: Es kommt zu deutlichen Änderungen.
      Gruss von H.M. Depta | emobicon

      Antworten

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Über mich: eMobil Experte | Coach | Projekt Planer bei emobicon®

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Autor: Harald M.

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