Elektroauto: Anders, gut und alltagstauglich – der IONIQ 5 Test

von | 01.07.2021 | Allgemein, Hyundai | 0 Kommentare

Elektroauto: Anders, gut und alltagstauglich - der IONIQ 5 Test

Es tut sich was am Markt – zumindest mit dem neuen IONIQ 5 von HYUNDAI ist man dem Volkswagen Konzern technisch voraus. Es ist eine klare Ansage an Qualität, Leistung, Ausstattung und dem Handling. Wir haben das Modell ausgiebig getestet und sind positiv überrascht. Die Ausstattung stimmt, der Verbrauch ist deutlich geringer als bei vergleichbaren Modellen anderer Hersteller und die 800 Volt Ladetechnik ist sehr alltagstauglich für die Langstrecke. Gut gemacht Hyundai. Wir zeigen auf, was der IONIQ 5 kann, was andere (noch) nicht können.

800 V Ladetechnik – etwas Besonderes in der Fahrzeugklasse

Mutig, anders und richtig gut ist das Modell IONIQ 5 von Hyundai geworden. Erwachsen und modern fühlt sich das Elektrofahrzeug an, als wir ihn für ein paar Tage testen konnten. Das Besondere ist anders zu sein und weiter als die Konkurrenz von Volkswagen. Der Koreaner wird ab knapp 42.000 € vermarktet. Das Besondere ist die 800 Volt Ladetechnik – etwas, was wir sonst fast ausschließlich durch die deutsche Premium Konkurrenz kennen. Und damit dürfte das eines der Hauptargumente FÜR ein Hyundai Modell sein.

Wie die Konkurrenten ID4, Q4 E-tron und Enyaq steht auch der IONIQ 5 auf einer neuen, eigens für den Elektroantrieb entwickelten Plattform mit der üblichen Skateboard-Architektur. Die Batterie ist im Boden verbaut, dadurch ist sehr viel Platz und keine Einschränkung nötig. Da der Motor, beim Allrad, die Motoren auf den Achsen liegen hat auch der Kofferraum ausreichend Platz. Obwohl der Stromer später auf dem Markt ist als bei VW bietet der IONIQ bessere Technik, Software und das Gesamtpaket wirkt erwachsener.

Whitepaper zur Elektromobilität von emobicon
emobicon Whitepaper zur Elektromobilität in Unternehmen

Ein Solardach für ein paar Kilowattstunden Strom extra

800 V Technik heißt deutlich schneller laden können. An den HPC Ladern entlang der Autobahnen ist das sehr komfortabel und gibt einen echten Zeitgewinn. So testeten wir von 13 auf 79 Prozent Akku Stand, dass funktioniert in 18 Minuten. Ein sehr guter Wert. An der Wallbox zu Hause, bei 11 KW Ladeleistung ist man voll alltagstauglich ausgestattet. Schließlich geht es im Alltag meist nur um das Nachladen.

Besonders pfiffig, sicherlich auch als Test für „mehr“ gedacht ist das optionale Solardach. Nach Angaben von Hyundai kann man bis zu 2.000 km Reichweite pro Jahr erzeugen. ich bin ein wenig skeptischer, denn es würde heißen, dass das Fahrzeug nur am Südhang, bei voller Sonne, nie im Parkhaus, nie in der Garage stehen dürfte. Die ersten Nutzer werden Ihren Eindruck nach einiger Zeit sicherlich dazu äußern. Anders gerechnet und gedacht: Der zusätzliche Sonnenstrom wird für Klima und Heizung genutzt – das spart man ein. Auch ein E-Bike lässt sich laden oder Notstrom für ein anderes E-Auto, denn unter der Rücksitzbank befindet sich eine klassische Steckdose. Vorstellbar wäre auch ein Kontaktgrill, eine Kaffeemaschine, der Eierkocher. 

Probefahrt mit dem neuen IONIQ5 von Hyundai
Probefahrt mit dem neuen IONIQ5 von Hyundai
Probefahrt mit dem neuen IONIQ5 von Hyundai
Er ist grösser, als er auf Bilder wirkt: Der Hyundai IONIQ 5 | Bilder: emobicon®

Bordcomputer und Daten müssen besser werden

Die Fotos ist er unspektakulär normal. In Echt ist der IONIQ ein großes Fahrzeug. Und dabei wirkt er fein und anders, aber auch polarisierend und verspielt. Die LED-Lichttechnik – vorn und hinten – ist gut gewählt. Der Gewöhnungseffekt kommt direkt. Die Sitze modern, bequem mit einem guten Blick, Halt und vielen Einstellungen bis zur Schlafposition in unserem Testfahrzeug. Die Rücksitzbank ist besonders. Sie kann individuell in Höhe und Neigung der Rückenlehne eingestellt werden. Das sorgt für Bequemlichkeit, auch auf längeren Strecken.

Von 0 – 185 Sachen waren wir unterwegs. Was für eine Laufruhe, die sehr überzeugt. Der Sound im Radio ist selbst bei hohen Geschwindigkeiten sehr gut. Der Verbrauch moderat, aber klar ist: Der Verbrauch geht hoch, je höher auch die Geschwindigkeit ist. Bei durchschnittlich 130 Kilometer pro Stunde auf der Autobahn sind wir bei knapp unter 20 kWh/100 km. Sehr gut. Der IONIQ 5 liegt gut auf der Straße, ist laufruhig und unspektakulär. Unebenheiten schluckt die Federung gut.

Der Bordcomputer – 2 Bildschirme die sehr übersichtlich sind. Sie wirken zunächst überladen – die Funktionen waren erst mit der Zeit logisch. Besser als bei anderen Modellen, wie im KONA ist die LIVE Suche nach Ladestationen mit der Einstellung AC, DC und HPC. Die Datenqualität ist aber wieder nicht so gut. Denn habe ich eine Ladekarte von Anbieter X kann ich dafür nicht filtern. Name oder Entfernung als Suchfunktion sind nicht mehr zeitgemäß. Hyundai bietet zwar eine eigene Ladekarte an. Die ist insbesondere für die IONITY Stationen sinnvoll, weil man bei diesem Modell einen günstigen Ladetarif erhält. Nicht gut gelöst ist die Navigation. Fahre ich von A nach B mit einer notwendigen Ladepause unterwegs dann muss ich den gewählten Lade-Stopp als Zwischenziel setzen. Was ist aber bei mangelnder Datenrate über Anbieter und Verfügbarkeit? Dann bleibt mir nur die Anbieter – App, um Sicherheit zu haben am Ziel auch laden zu können.

Große Ablagen und eine verschiebbare Mittelkonsole schaffen Individualität. Auch der Kofferraum ist völlig ausreichend. In der Version mit einfachem Antrieb hat man noch vorn ein wenig Platz im Frunk.

Probefahrt mit dem neuen IONIQ5 von Hyundai
Probefahrt mit dem neuen IONIQ5 von Hyundai
Probefahrt mit dem neuen IONIQ5 von Hyundai
Technisch gehobener Standard – der Bordcomputer im Hyundai IONIQ 5 | Fotos: emobicon®

Assistenzsysteme funktionieren zuverlässig

Die Assistenzsysteme beim Fahren sind richtig gut – ja sogar zuverlässiger als beim kleineren KONA elektro. Toll, dass auch die Schaltwippen am Lenkrad sind. Diese ermöglichen die Möglichkeit beim Fahren die Rekuperation zu steuern. Von Leerlauf bis starkem Abbremsen – alles ist möglich. „Abstandstempomat“ und „Spurhalten“ sind zuverlässig und stimmig in der Bedienung während der Fahrt. Das besondere sind Kameras in den Seitenspiegeln. Diese werden automatisch scharf geschaltet, während der Blinker gesetzt wird. Die Anzeige erfolgt im linken Display hinter dem Lenkrad. Mögliche andere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer werden gut erkannt.  Die Fahrmodi wie Sport | Normal | Eco sind nett, aber nicht nötig. Selbst im sparsamen ECO Modus kommt man prima zurecht und hat ausreichend Leistung.

Preis – Leistung ist stimmig

Unsere Testfahrer in diesen Tagen zeigten sich beeindruckt. Einige fuhren das erste Mal elektrisch – andere hatten den Vergleich zum KONA von Hyundai oder dem ID.4 von Volkswagen. Das Gesamtpaket stimmt. Das Preis Leistung ist auch in Ordnung, zumindest unter Berücksichtigung der BAFA Förderung und der geringeren Kosten im laufenden Betrieb. Auch wenn Sie über dem von VW liegen – dafür hat das Modell auch mehr zu bieten.

Die Vorlage IONIQ lässt hoffen, dass auch das Schwester Modell EV6 von KIA richtig gut werden wird. Hyundai zeigt mit dem IONIQ 5 aber deutlich auf, dass man sich von der europäischen Konkurrenz nicht verstecken muss. Anders als bei VW Modellen, die nach wie vor ein Software Problem haben zeigt sich, dass die Koreaner ein gutes Gespür für Fahrzeug und Software entwickelt haben. Spannend wird sein, wie sich Wartung und Versicherung gestalten. Bislang ist es ja günstiger geworden.

Lesen Sie weitere Beiträge

aus dem emobicon® MAGAZIN

Wasserstoff: Im PKW ohne Chance für die Zukunft

Wasserstoff, der Stoff der Träume? Zumindest hört man oft, dass Mann und Frau auf Wasserstoff warten, wenn man von alternativen Antrieben spricht. Und da die Bundesregierung Wasserstoff fördert, glauben viele an einen Durchbruch – irgendwann. Was heute klar ist: Wasserstoff ist eine interessante Alternative. Aber für den Individualverkehr im PKW? Sehr unwahrscheinlich. Die Gründe sind vielfältig: zu hohe Kosten, zu wenig effizient, zu aufwendig in der Logistik. Eine Alternative, die von der batteriebetriebenen Technik längst überholt wurde und auch bei den Herstellern kaum mehr eine Rolle spielt. Warum ist das so?

HINWEIS: Das Test Fahrzeug wurde uns kostenfrei zur Verfügung gestellt vom Autohaus Lackermann in Bocholt. Der Bericht spiegelt unseren Eindruck wieder. emobicon und die Testfahrer wurden dafür nicht bezahlt!

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Über mich: eMobil Experte | Coach | Projekt Planer bei emobicon®

Über mich: eMobil Experte | Coach | Projekt Planer bei emobicon®

Autor: Harald M.

Kategorien

Datenschutz
emobicon – Die eMobil Experten!®, Inhaber: Stefan Blome (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
emobicon – Die eMobil Experten!®, Inhaber: Stefan Blome (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: