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Dieselgate: Der Gipfel der Dummheit. Der emobicon Standpunkt !

Man darf einen Standpunkt haben. Auch wir haben ihn. Dumm und verlogen ist das was seit Jahren nicht passiert

von Micha | emobicon

Wenn es nicht so traurig wäre, dann wäre es ja lächerlich. Dieselgate, Abgasskandal, Betrug. Und was macht man daraus ? NICHTS. Seit Jahren tut man nichts. Die Politik redet sich was schön, am Problem vorbei. Sie scheinen handlungsunfähig, weil handlungsunwillig. Niemanden ist das zu erklären was sogenannte Gipfel und Lösungsversuche an den Tag fördern. So verlogen und so dumm – das kann offensichtlich nur noch die Politik sein. Mindestens in diesem ganzen Themenblock !

Getrieben von Landtagswahlen

Das Treffen zwischen Autobossen und Bundeskanzlerin hatte ein Ziel: das Verhindern von Fahrverboten. Nur einen Tag später verhängt ein Berliner Gericht Fahrverbote für mehrere Straßen in der Hauptstadt. Hat jemand ernsthaft geglaubt, das Gerichte anders entscheiden ? In zahlreichen Städten und Regionen wird genau das passieren. Gerichte entscheiden für Fahrverbote. Immer und immer wieder. Das ist Rechtssprechung.

Diese Thematik ist weit vor dem VW Abgasskandal bekannt gewesen. Weit vorher wusste man, das die Grenzwerte nicht eingehalten werden und weit vorher wusste man offenbar, das hier im grossen Stil betrogen sein soll. Man tat nichts. Ausser grosse Sprüche bekanntzugeben. Nach aussen erklärt man sich seit Jahren zum Retter. Die Frage ist für wen. Weder für die Autofahrer, noch für die, die saubere Luft verlangen und das zurecht.

Getrieben von anstehenden Landtagswahlen in Bayern und Hessen macht man zum Schein wieder genau das, was man bei diesem Thema am Besten kann: NICHTS. Es hilft nur niemanden. Man schützt eine alte Technologie, eine sterbende Technologie. Wir glauben, das der Diesel in vielen Fahrzeugkonzepten verschwinden wird.

Wo sind die Verkehrskonzepte ?

Die schlechte Luft in den Städten allein den bösen, bösen Dieselfahrern anzukreiden, greift viel zu kurz. Spürbare Effekte erzielen nur Verkehrskonzepte, die sämtliche Verbrennungsmotoren aus den Innenstädten verbannen. Das wiederum ist nur mit der Kombination aus vorausschauender Planung und technischem Standard möglich. Das bedeutet: Parkhäuser vor den Stadttoren, eine fahrradfreundliche Infrastruktur und ein elektrifizierter öffentlicher Nahverkehr. Der wiederum ist nur dann ökologisch, wenn eine umweltschonende Produktion der Fahrzeuge gelingt und die Akkus zudem ausschließlich mit sauberem Ökostrom geladen werden. 

Letzteres ist die größere Hürde, das zeigen die sinnlosen Abholzpläne im Hambacher Forst und die oft unklare Herkunft des in Deutschland verbrauchten Stroms. Diesel-Fahrverbote sind angesichts des CO2-Ausstosses der Otto-Motoren eine ungenügende Maßnahme zu sauberer Luft. Aber zumindest sind sie ein hilfreicher Anlass, Verkehrspolitik kritisch zu hinterfragen.

Die Bundesregierung versucht das Unrettbare zu retten

Wir betrügen, lassen uns erwischen und jagen uns dann auch noch selbst als einziges Land der Welt in Dieselfahrverbote hinein. Während die Bundesregierung das deshalb Unrettbare trotzdem weiter zu retten versucht. Das verstehe – außer den Lobbybataillonen der Konzerne – wer will. Die 27 übrigen EU-Staaten können eigentlich kein Interesse daran haben, dass der wirtschaftlichen Lokomotive Deutschland mit Anlauf Schaden zugefügt wird. Aber wenn wir uns immer grotesker selbst beschädigen und ins Abseits manövrieren, müssen sie weder Rücksicht nehmen noch gar solidarisch sein.

Eine Blamage für ganz Deutschland !

Welche Blamage für die Große Koalition: Ihr erklärtes Ziel war und ist es, Fahrverbote zu vermeiden. Doch sie hat nicht verhindern können, dass jetzt auch im Herzen von Berlin Straßen für ältere Diesel-Fahrzeuge gesperrt werden müssen. Und in mindestens einem halben Dutzend weiterer Städte drohen ebenfalls Fahrverbote. Hier ist das Scheitern einer Politik zu beklagen, die massiv zulasten von Anwohnern und Verbrauchern geht. 

Strenge Abgasnormen, mehr Elektromobilität, Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, die Wege aus der Krise sind seit Langem bekannt. Allein, es fehlte der Wille zu konsequentem Umweltschutz. Bei den EU-Verhandlungen über künftige Abgasgrenzwerte für Autos steht Deutschland jedenfalls auf der Bremse, ein Trauerspiel. Auf ganzer Linie.

Kein Handeln und keine Reue

Was die Politik nicht vermochte, hat ein Gericht geschafft: Der deutschen Autoindustrie die Laune zu verderben. Auf den mühsamen schwarz-roten Dieselkompromiss dürften die Auto-Manager noch angestoßen haben. Denn Nachrüstungen sind nicht vorgeschrieben, die Umtauschprämien höchstens ein Witz. Doch mit der Anordnung von Fahrverboten für Diesel-Pkw auf bestimmten Strecken in Berlin hat das Verwaltungsgericht klare Kante gezeigt. Die Wirtschaft pocht immer wieder auf möglichst wenig Staat und viel Eigenverantwortung. Dass sie die Diesel-Krise zu verantworten und Millionen Autofahrer getäuscht und betrogen hat, beweist das Gegenteil. Und nötigt den Staat zu Eingriffen, die nicht nötig wären. Jedem Manager sollte endlich klar sein, dass nur die saubersten Lösungen geeignet sind, das Vertrauen von Kunden zurückzugewinnen und im internationalen Wettbewerb die Oberhand zu behalten.

Das Fazit: Nur Verlierer im Dieseldrama

Das Dieseldrama kennt nur Verlierer. Autobesitzer haben Wertverluste hinzunehmen, Autobauer Imageschäden, die Politik einen Glaubwürdigkeitsverlust. Beschäftigte bangen um ihre Arbeitsplätze, Aktionäre um ihre Rendite, die deutsche Wirtschaft um eine ihrer Schlüsseltechnologien. Noch schlimmer trifft es jene Stadtbewohner, deren Luft immer noch schmutziger ist als nötig. Und selbst die Hoffnung, dass wenigstens die Umwelt profitiert, wenn die Diesel erstmal von der Straße verschwinden, wird sich kaum erfüllen. Denn beim Ausstoß des klimaschädlichen CO2 sind sie um Längen besser als jeder Benziner.

Es ist eine Schande. Der Autofahrer sollte sich nicht mehr für dumm verkaufen lassen. Weder von der Politik und schon gar nicht von der Autoindustrie. Die Politik will Wahlen gewinnen, mit Unglaubwürdigkeit in der ganzen Thematik. Die Autoindustrie will Geschäfte machen. Der betrogene Dieselfahrer kriegt nichts geschenkt. Die selbsternannten Prämien ein Witz und eine Lachnummer. Absolut absurd. Der Betrogene muss sich ein neues Auto kaufen, der Betrüger darf daran noch verdienen und kommt ungeschoren davon.

Jetzt sollte es heissen: Ich bin schlauer. Und bitte keine Panik. Einfach mal hinterfragen ob der, der mich betrogen hat es verdient hat, das ich ihm wieder vertraue und sein Produkt kaufe. Denn auf die Politik ist kein Verlass – gar nicht. Sie unterstützen die Industrie – nicht die Menschen. Sie werden allein gelassen – wie sooft.

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